„Man sieht Ihnen Ihr Alter gar nicht an.” – Dieser Satz, mit dem der HDE auf Schildern bei der Kundschaft dafür wirbt, dass sie beim Verkauf von Alkohol und Tabakwaren nach einem Altersnachweis gefragt wird, gilt im Corona-Winter 2021 mit Maskenpflicht für die Kunden umso mehr. Diese Erfahrung musste aktuell ein Tankstellenbetreiber machen, als kurz nach dem Verkauf einer Flasche Jägermeister an einen Kunden, von dem hauptsächlich die Augen zu sehen waren, da er zusätzlich zur korrekt getragenen Maske auch noch eine seine Stirn verdeckende Pudelmütze trug, mehrere Vertreter von Ordnungsbehörden und Polizei seine Tankstelle betraten, die Flasche Jägermeister zurückbrachten und sowohl die Kassiererin wie auch ihn „ins Gebet nahmen.“
Der kaum zu erkennende Käufer war ein 16-jähriger Testkäufer. Ob und in welcher Höhe Bußgelder auf die Angestellte und den Betreiber zukommen, wissen wir derzeit noch nicht. Hilfreich für den Betreiber wird in diesem Fall sicherlich sein, dass er nachweisbar sein Personal in Bezug auf den Jugendschutz geschult hatte – für die Kassiererin konnte er bspw. sogar zwei Zertifikate vorlegen, die sie nach dem Schu-ju-Onlinetraining erhalten hatte.
Auch wenn die Corona-Auflagen den Betrieben viele Schwierigkeiten machen: Es kann nicht oft genug daran erinnert werden, wie wichtig die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften zum Jugendschutz ist. Unser dringender Ratschlag: In Zeiten der Maskenpflicht lieber einmal mehr als weniger einen Altersnachweis verlangen! Neben der gesellschaftlichen Aufgabe des Jugendschutzes, die man selbstverständlich wahrnehmen sollte, geht es auch um den Selbstschutz des Unternehmers und den Schutz der Branche. Dem Unternehmer und seinem Personal drohen hohe Bußgelder (bis zu 50.000 Euro im Extremfall), der Branche gesetzliche Verschärfungen, wenn die bestehenden Vorschriften nicht streng eingehalten werden.
Angesichts der Fluktuation unter den Mitarbeitern an Tankstellen daher die Erinnerung:
Allen neuen Mitarbeitern und Auszubildenden sollte zunächst das „Schulungsvideo Tankstelle“ vorgeführt werden. Danach sollten die Mitarbeiter und Auszubildenden das Schu-ju-Onlinetraining absolvieren, anschließend per Online-Registrierung ihr gelerntes Wissen überprüfen und sich über das Ergebnis ein Zertifikat ausstellen lassen. Die gesammelten Zertifikate sind auch ein Nachweis für den Arbeitgeber, seinen Informations- und Schulungspflichten nachgekommen zu sein. Darüber hinaus sind eine hohe Zahl von Downloads der Schulungsunterlagen und eine hohe Zahl von Zertifikaten weiterhin für das Bild der Branche in der Politik hilfreich.