Auf dem Geschäftsfeld Elektromobilität können Kfz-Betriebe ab sofort von der THG-Quote für E-Autos und Ladepunkte profitieren. Dafür hat das Kfz-Gewerbe gemeinsam mit dem Startup ZusammenStromen GmbH eine Plattform speziell für Kfz-Betriebe entwickelt. Denn wer mit einem batterieelektrischen E-Auto (BEV) dazu beiträgt, Emissionen von Treibhausgasen (THG) zu verringern, kann sich dafür mit einer Vergütung belohnen lassen. Um diese Vergütung für Eigenzulassungen von Kfz-Betrieben und von Kunden für Innungsbetriebe zugänglich zu machen, kooperiert unser Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ab sofort mit dem Startup ZusammenStromen GmbH.
Prämie für BEV-Eigenzulassungen sichern
Jeder Autohändler oder Kfz-Betrieb kann sich unter dem Link https://geld-fuer-eauto.de/Register/kfz_betrieb registrieren. Nach Registrierung kann die jährliche Vergütung von 275 Euro pro BEV sowie eine zusätzliche einmalige Fahrzeugprämie in Höhe von 50 Euro pro E-Auto auf der Plattform durch das Hochladen des Kfz-Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) gesichert werden. Die Vergütung wird jeweils pro zugelassenem Fahrzeug und Kalenderjahr geleistet – auch rückwirkend für 2021.
Auch Kundenfahrzeuge im Quotenhandel vermitteln
Ab sofort können Autohäuser ihre Kunden werben, damit diese für ihre Batterieelektrofahrzeuge (BEV) die Vergütung im Rahmen der THG-Minderungsquote erhalten. Dafür wurde in einem ersten Schritt eine einfache Vermittlungsstrategie erarbeitet: Registrierte Autohäuser können bei ihren Bestands- und Neukunden per individuellem Einladungslink für die Registrierung bei geld-für-eAuto.de werben. Der Link kann einfach im eigenen Account abgerufen werden und auch zur Generierung eines QR-Codes für den Verkaufsraum verwendet werden. Für die Vermittlung eines E-Autos erhält der Betrieb die bekannte Provision für Kfz-Betriebe in Höhe von 50 Euro pro Fahrzeug.
Im ersten Quartal 2022 wird zudem eine zweite Lösung für Kundenfahrzeuge von Kfz-Betrieben geschaffen: Betriebe können dann auf der Plattform die Abwicklung der THG-Quotenvergütung für Fahrzeuge der Kundinnen und Kunden auch komplett eigenständig übernehmen und mit eigenen Dienstleistungen verknüpfen. Die rechtssicheren Vertragsdokumente und alle Informationen dazu werden im Nutzerbereich bereitgestellt. Registrierte Kfz-Betriebe werden per E-Mail informiert, sobald auch die eigenständige Abwicklung für Kundenfahrzeuge möglich ist.
Fragen-Antworten-Katalog zur THG-Minderungsquote für Autohäuser und Werkstätten
Um interessierten Autohäusern und Werkstätten einen schnellen Überblick über die Grundlagen, die Kooperation mit ZusammenStromen und branchenspezifische Informationen zur Abwicklung von THG-Quoten zu geben, hat der ZDK einen Fragen-Antworten-Katalog mit den häufigsten Fragestellungen rund um das Thema THG-Minderungsquote erstellt. Der FAQ-Katalog kann auf www.kfz-bw.de unter Mitglieder / Unser Service für Mitglieder / Downloads / Monatsdienst heruntergeladen werden.
Aktueller Stand der Anmeldungen bei www.geld-für-eAuto.de
Bisher haben sich bereits über 600 Kfz-Betriebe auf der Plattform angemeldet und rund 2.800 Vorführwagen registriert. Bei 45.696 BEV-Neuzulassungen auf Kfz-Händler im vergangenen Kalenderjahr gibt es noch großes Potenzial für Autohäuser und Werkstätten, sich die Vergütung im Rahmen der THG-Minderungsquote zu sichern.

Grundlagen zur THG-Quote
Gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) müssen Mineralölunternehmen die Treibhausgas- (THG) Emissionen ihrer verkauften Kraftstoffe jährlich auf bis zu 25 Prozent im Jahr 2030 reduzieren, sonst drohen hohe Strafzahlungen.
Um diese Minderungen zu erreichen, können Mineralölunternehmen mithilfe von Biokraftstoffen, Wasserstoff, Beimischungen und verkauftem Ladestrom die Emissionen senken. Wenn die Minderungsquote nicht eigenständig erreicht werden kann, haben Mineralölunternehmen die Möglichkeit, Zertifikate zur Erreichung der eigenen Ziele von anderen Marktteilnehmern zu erwerben.
Ab 2022 wird auch Ladestrom in Elektroautos einbezogen, welcher im nicht-öffentlichen Bereich, also Zuhause oder am betrieblichen Arbeitsplatz geladen wird. Dazu wird für alle zugelassenen reinen Elektroautos (BEV) eine pauschale Emissionseinsparung angesetzt, womit ein handelbares Zertifikat beim Umweltbundesamt beantragt werden kann. Zudem erlaubt der Gesetzgeber ab 2022 das Pooling und den Handel der Zertifikate durch Dritte, somit können spezialisierte Plattformen die bestmöglichen Preise gegenüber Mineralölunternehmen erzielen.
Neues Geschäftsmodell für Kfz-Betriebe
Mit dem eigenen E-Auto-Fuhrpark, dem Verkauf von neuen und gebrauchten E-Autos und eigenen Ladesäulen erzeugen Kfz-Betriebe eine Vielzahl an THG-Quoten. Es entsteht ein 3-teiliges Geschäftsmodell:
1. Kfz-Betriebe können Vergütung für Eigenzulassungen erhalten
Gemeinsam mit der Plattform geld-für-eAuto.de organisiert der ZDK die einfache und problemlose Abwicklung und eine sichere Vergütung für Autohäuser und Werkstätten. Schon jetzt können Betriebe die Vergütung für alle (auch bereits abgemeldete) BEV-Eigenzulassungen aus dem Jahr 2021 für 2022 geltend machen, weil ein Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) als Nachweis für 12 Monate gilt.
2. Beim E-Auto-Kauf können Autohäuser ihren Kunden die Abwicklung und Vergütung der THG-Quote anbieten und ggf. eine Autohaus-Dienstleistung als Gegenleistung erbringen
Zudem kann die Vergütung auch für Kundenfahrzeuge von Kfz-Betrieben beantragt werden. Die rechtssicheren Vertragsdokumente und alle Informationen dazu erhalten die Betriebe im jeweiligen Nutzerbereich.
3. Der verkaufte Strom an eigenen öffentlichen Ladesäulen generiert zusätzliche Einnahmen
Im Laufe des dieses Jahres wird es zudem möglich sein, die an eigenen öffentlichen Ladestationen verkauften Strommengen im Rahmen der THG-Minderungsquote geltend zu machen. Dadurch könnten perspektivisch Zusatzeinnahmen in Höhe von 5-10 Cent pro kWh erzielt werden.
Auswahl des Kooperationspartners
Bei der Auswahl eines passenden Kooperationspartners hat sich der ZDK für die ZusammenStromen GmbH entschieden, um Autohäusern ein festes und sicheres Vergütungsmodell zu bieten. Außerdem wurde Wert auf flexible Verwaltungsmöglichkeiten und schlanke Prozesse gelegt. Durch eigene IT-Kapazitäten wird die Plattform für Kfz-Betriebe ständig weiterentwickelt. Zudem werden auf der Plattform künftig rechtssichere Vertragsdokumente, spezielle Informationen für Kfz-Betriebe und entsprechendes Videomaterial bereitgestellt.