Aktuell hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die amtlichen Daten des Mineralölabsatzes für September 2022 veröffentlicht. Bei unserer Besprechung der August-Daten hatten wir es angekündigt: „Die Auswirkungen des „Tankrabatt-Endes“ werden sich dann in den September-Werten zeigen.“ Und genau das ist der Fall.
Während andere Mineralölprodukte ähnliche Zuwächse gegenüber 2021 verzeichneten beispielsweise das Leichte Heizöl (+ 16 Prozent) und der Flugtreibstoff (+ 17,5 Prozent), ging es mit den Diesel- und Benzinabsätzen sowohl im Vergleich zum Vorjahr wie auch zum Vormonat August nach unten. So verringerte sich der Ottokraftstoff (OK)-Verbrauch verglichen mit August um ein Fünftel (- 20,3 Prozent) auf knapp 1,4 Millionen Tonnen und der Dieselkraftstoff (DK)-Absatz um 14,5 Prozent auf 2,8 Millionen Tonnen. Den Vergleich zum Vorjahres-September kann man in der Tabelle sehen. Die Ursachen sind eindeutig: Die Statistik erfasst die Inlandsablieferungen – und Tankstellengesellschaften, Händler und Verbraucher hatten ihre Tanks noch Ende August kurz vor dem Auslaufen der Energiesteuersenkung randvoll gemacht. Die einzige Sorte, deren Absatz auch im September 2022 gegenüber dem Vorjahr wuchs, war E10. Der E10-Anteil am gesamten Ottokraftstoff stieg damit auf einen neuen Höchstwert.

Die September-Zahlen zeigen – sozusagen spiegelbildlich – noch einmal, welche Auswirkungen auf den Absatz der Tankrabatt hatte. In den drei Monaten der Energiesteuersenkung wurde in Deutschland nicht nur mehr Benzin verkauft als in den entsprechenden drei Monaten der beiden Vorjahre, sondern sogar mehr als in der Vor-Corona-Zeit. Sind die Menschen in Deutschland also so viel mehr gefahren? Wohl kaum. Hinter den hohen Absätzen in diesen drei Monaten stecken vielmehr auch die Auswirkungen des zurückgegangenen Tanktourismus der Deutschen und der hinzugewonnen Verkäufe an Autofahrer aus den Grenzgebieten der Nachbarländer. An diesen zurückgewonnenen und hinzugekommenen Mengen hat auch der Fiskus seinen Anteil bekommen, der die Einnahmenverluste durch die gesenkten Steuersätze nicht unerheblich kompensiert hat.
(TS 055/Julia Cabanis)