In der kommenden Sitzung des Bundesrates wird ein Antrag des Landes Baden-Württemberg beraten, welcher wiederholt mehr Einsatz für strombasierte Kraftstoffe (E-Fuels) fordert. Ziel solle es laut Antrag sein, Märkte zu schaffen, um ab 2030 Kraftstoffqualitäten in hinreichenden Mengen bereitzustellen. Ebenso notwendig sind auch Demonstrationsanlagen und ein Produktionshochlauf von PtL-Kraftstoffen (Power-to-Liquid). Auch soll die Bundesregierung die rechtlich notwendigen Maßnahmen umsetzen, so dass der Kraftstoff für alle Verkehrsträger (mit Betonung des Schwerlastverkehrs) in den Bestand gebracht werden könne.
Der Antrag wird außer von unserem Verband besonders von Unternehmen der automobilen Zuliefererbranche wie MAHLE oder Bosch positiv bewertet und unterstützt, als auch von Industrieverbänden wie dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) oder dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Wie bisher stellt sich jedoch das Bundesumweltministerium gegen die Verwendung von alternativen Kraftstoffen im PKW-Sektor. Das Bundesverkehrsministerium hingegen hatte Ende Januar 2021 das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) mit der Planung einer Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kerosin beauftragt. Der Verband der mittelständischen Mineralölunternehmen UNITI betonte in dem Zusammenhang, dass auch „Koppelprodukte“ wie „E-Diesel“ in einer Raffinerie bei der Produktion von „E-Kerosin“ weiterhin anfallen. Die Vermarktung der Koppelprodukte würde die Produktionskosten senken und gleichzeitig die Emissionen im PKW-Bereich über Beimischungen wirksam senken. Mit Blick auf die Klimaziele wenden sich immer mehr Unternehmen alternativen Kraftstoffen zu. Ende des letzten Jahres hatten Porsche und Siemens bekanntgegeben, die Herstellung von klimaneutralen Kraftstoffen in Südamerika anzugehen. Ein entscheidender Punkt bleibt weiterhin die Anrechnung der Einsparungen durch E-Fuels auf die EU-CO2-Flottenziele.
(065-00/Carsten Beuß)