In einem aktuellen Urteil hat das Bundesarbeitsgericht (BAG, Az.: 10 AZR 123/19) zur Frage der Angemessenheit von Nachtarbeitszuschlägen sinngemäß folgendes entschieden:
Ein Zuschlag in Höhe von 25 Prozent auf das jeweilige Bruttostundenentgelt des Beschäftigten bzw. die Gewährung einer entsprechenden Zahl von bezahlten freien Tagen stellt regelmäßig einen angemessenen Ausgleich für geleistete Nachtarbeit im Sinne von § 6 Abs. 5 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) dar. Da die europäische Arbeitszeitrichtlinie (2003/88/EG) trotz der Erwähnung einer Gesundheitsgefährdung durch Nachtarbeit (Art. 12) keine Verpflichtung zur Vornahme eines finanziellen Ausgleichs durch die Mitgliedstaaten enthält, ist diese Auslegung nicht europarechtswidrig.

Fazit:
Die BAG-Entscheidung ist für Betriebe interessant, die Dauernachtarbeit betreiben. Dem BAG ist zuzustimmen, dass das Unionsrecht keine Vorgaben zur Angemessenheit von Nachtarbeitszuschlägen macht. Positiv ist, dass sich die Betriebe bei der Bemessung von Nachtarbeitszuschlägen nach wie vor an der bisherigen Richtschnur des BAG orientieren können. Nachtarbeitszuschläge von 25 Prozent und ein Zuschlag von regelmäßig 30 Prozent für Dauernachtarbeit sind nach wie vor angemessen.
(220-62/Julia Cabanis)