Um den Markthochlauf der Elektromobilität weiterhin zu unterstützen, wurde ergänzend zu den laufenden Förderprogrammen – wir haben in unserem Monatsdienst Januar 2021 berichtet – das SchnellLG beschlossen: Dadurch sollen 1.000 zusätzliche Schnellladeparks mit Ladeleistungen >150 kW für den Mittel- und Langstreckenverkehr bis 2023 errichtet werden. Das Gesetz soll dabei vor allem die Flächendeckung sicherstellen, indem Schnellladeparks an bislang unwirtschaftlichen, aber infrastrukturell wichtigen Standorten (vgl. StandortTOOL) ausgeschrieben werden. Die europaweite Ausschreibung von Betreibern erfolgt im Sommer 2021, Zuschlag werden diejenigen Betreiber erhalten, die das günstigste Angebot unterbreiten. Der Gesetzesentwurf über die Bereitstellung flächendeckender Schnellladeinfrastruktur für reine Batterieelektrofahrzeuge kann auf www.kfz-bw.de unter Mitglieder / Unser Service für Mitglieder / Downloads / Monatsdienst heruntergeladen werden.
Zum Gesetzentwurf hat unser Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) im Rahmen des Beteiligungsverfahrens eine Stellungnahme abgeben: Zunächst wurden die Absichten der Bundesregierung positiv bewertet, da eine flächendeckende Schnellladeinfrastruktur essenziell für den Erfolg der Elektromobilität sei. Da mit dem Gesetzesentwurf jedoch ausschließlich der Mittel- und Langstreckenverkehr gefördert werden soll, wurde zu bedenken gegeben, dass als wichtigste Voraussetzung für die Anschaffung eines Elektroautos nach wie vor eine Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz gilt und Kunden in urbanen Gebieten aufgrund des Mangels an eigenen Pkw-Stellplätzen ebenfalls auf Ladepunkte mit Ladeleistungen >100 kW angewiesen sind. Die in der finalen Pressemitteilung des BMVI angekündigten Standorte im urbanen Raum sind daher sehr zu begrüßen.
Darüber hinaus wurde darauf verwiesen, dass die Errichtung von Schnellladepunkten an den eigenen Betriebsstätten für Autohäuser und Kfz-Werkstätten unattraktiv sei. Grund dafür sind die in dem Gesetz enthaltenen staatlichen Vorgaben wie die Festlegung von Gebieten (vgl. §3 Abs. 2) und die eigentumsrechtliche Trennung von Grundstücken und Ladeinfrastruktur (vgl. §5 Abs. 4).
Kritisch wurde zudem angemerkt, dass Plug-In-Hybridfahrzeuge (PHEV) nicht als Begünstigte der geförderten Schnellladeinfrastruktur betrachtet werden. PHEV dürfen in der Bedarfsrechnung von Ladepunkten aufgrund ihres hohen CO2-Reduktionspotenzials nicht außer Acht gelassen werden.
(065-00/Roland Blind)