In Arbeits- und Tarifverträgen finden sich regelmäßig Formulierungen zu sogenannten Ausschlussfristen, bis zu denen gegenseitige Ansprüche geltend gemacht werden müssen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG, Az.: 8 AZR 96/17) hat nochmal ausdrücklich festgestellt, dass diese Ausschlussfristen auch für die Arbeitnehmerhaftung gelten. Allerdings hat es zur Frage des Beginns der Ausschlussfrist festgestellt, dass sie schon dann anfängt, wenn allein die Inanspruchnahme des Arbeitnehmers Erfolg verspricht. Für die Praxis in den Autohäusern bedeutet dies, dass im Arbeitsverhältnis entsprechende gegenseitige Ansprüche rechtzeitig geltend zu machen sind. Dies betrifft vor allem auch Schadensersatzansprüche des Arbeitgebers gegen den Arbeitnehmer. Da der Urteilssachverhalt (Herausgabe von Fahrzeugen an Kunden ohne vollständige Bezahlung) in der Autohauspraxis nicht selten ist, sollte immer früh genug auch an die mögliche Haftung des Arbeitnehmers gedacht und ein etwaiger Anspruch dann frühzeitig schriftlich geltend gemacht werden.

(226-09/Julia Cabanis