Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben aktuell Maßnahmen zur weiteren Unterstützung der dualen Ausbildung unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie verabschiedet. Neben der Verdopplung der Prämien auf 4.000 Euro (Ausbildungsprämie), 6.000 Euro (Ausbildungsprämie Plus) und 6.000 Euro (Übernahmeprämie/Insolvenz) ist vor allem der neue Sonderzuschuss hilfreich, mit dem Kleinstunternehmen erreicht werden, die im zweiten Lockdown ihre normale Geschäftstätigkeit weitgehend einstellen mussten. Dabei können Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitenden pauschal 1.000 Euro erhalten, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.
Teil dieser gemeinsamen Aktion ist auch die Verlängerung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“. Die erste Förderrichtlinie wurde nun entsprechend angepasst und am 26. März 2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Zu Ihrer Information erhalten Sie eine Übersicht der wesentlichen Änderungen der Ersten Förderrichtlinie (ZDH) und zusätzlich eine Übersicht über die im April zu erwartenden Änderungen der zweiten Förderrichtlinie (ZDH). Die Unterlagen können auf www.kfz-bw.de unter Mitglieder / Unser Service für Mitglieder / Downloads / Monatsdienst heruntergeladen werden.
Die erweiterten Maßnahmen sind ein wichtiges Zeichen an alle Betriebe, ihr Ausbildungsengagement trotz schwierigen Rahmenbedingungen fortzusetzen, um den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Folgende Forderungen des Handwerks wurden dabei übernommen:
• Zur Stabilisierung des Ausbildungsmarkts 2021/22 wird das Programm bis Dezember 2021 verlängert. Die Ausbildungsprämien können für Ausbildungsverhältnisse beantragt werden, die bis zum 15. Februar 2022 beginnen.
• Die Definition der Corona-Betroffenheit als Fördervoraussetzung für alle Programmlinien wurde deutlich erweitert und liegt für Ausbildungsverhältnisse, die ab Juni 2021 beginnen, bei einem Monat Kurzarbeit oder einem Umsatzrückgang in einem Monat in Höhe von 30 Prozent vor.
• Künftig wird zur Verhinderung von Kurzarbeit während der Ausbildung nicht nur die Ausbildungsvergütung, sondern auch die Vergütung der Ausbilder (i. H. v. 50 Prozent des Ausbildergehalts) bezuschusst. Handwerksbetriebe mit einem erheblichen Umsatzrückgang – insbesondere bei amtlich angeordneten Betriebsschließungen – sehen sich bislang häufig gezwungen, für Ausbilderinnen und Ausbilder Kurzarbeitergeld zu beantragen, und sind damit nicht länger anspruchsberechtigt für einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. Dies ist insbesondere bei Handwerksbetrieben ohne Einkünfte während des Lockdowns existenzbedrohend. Zur Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen wird nun künftig auch die Vergütung von haupt- und nebenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbildern sowie Ausbildungsbeauftragten durch das Bundesprogramm gefördert werden. Dies gilt auch für ausbildende Geschäftsführer bis zu einer Höhe von 2.500 Euro.
• Es wird ein einmaliger Sonderzuschuss für Kleinstbetriebe (bis 4 Mitarbeiter), die trotz Betroffenheit vom zweiten Lockdown die Ausbildung 30 Tage aufrechterhalten haben, rückwirkend ab November 2020 gezahlt. Betriebe ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigte können keine Kurzarbeit anmelden und haben daher keinen Anspruch auf den Ausbildungszuschuss zur Verhinderung von Kurzarbeit.
• Die Höhe der Ausbildungsprämien (plus) für das Ausbildungsjahr 2021/2022 und der Übernahmeprämie will die Bundesregierung nun verdoppeln. Die Ausbildungsprämie soll ab 1. Juni 2021 statt 2.000 Euro 4.000 Euro je Ausbildungsvertrag betragen, wenn die Zahl der neu eingestellten Auszubildenden konstant bleibt. Die Ausbildungsprämie plus, die gezahlt wird, wenn die Zahl der Auszubildenden erhöht wird, soll statt 3.000 Euro künftig bei 6.000 Euro liegen.
• Die Übernahmeprämie wird auf Fälle der Kündigung aus wichtigem pandemiebedingtem Grund und einvernehmlichem Aufhebungsvertrag erweitert.
• Pandemiebedingt ist die berufsschulische Ausbildung sowie die betriebliche Ausbildung nach amtlich angeordneten Betriebsschließungen seit nahezu einem Jahr von Einschränkungen oder Ausfällen betroffen. Um die Qualität der dualen Ausbildung und das erforderliche Kompetenzniveau der Auszubildenden dennoch zu gewährleisten, werden Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung künftig im Rahmen der zweiten Förderrichtlinie in Höhe von 50 Prozent (maximal 500 Euro und ein Lehrgang pro Auszubildenden) bezuschusst.
Darüber hinaus sieht das Bundesprogramm künftig folgende Weiterentwicklungen vor:
• Die Förderleistungen werden für KMU mit bis zu 499 Beschäftigten (bislang 249 Beschäftigten) geöffnet.
• Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung werden auch während einer Teilnahme an externen Prüfungsvorbereitungskursen gewährt.
• Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann nachträglich erstmals oder erneut beantragt werden, wenn eine Förderung bislang abgelehnt oder nicht beantragt wurde, weil die Fortsetzung der Ausbildung nicht fristgerecht mit der Anzeige der Kurzarbeit angekündigt wurde.
Weiterhin wurde zwischen den Allianzpartnern vereinbart, Angebote der Berufsorientierung in den digitalen Unterricht und in schulische Lernplattformen zu integrieren, Schülerinnen und Schüler zu digitalen Angeboten von Verbänden und Kammern aktiv hinzuleiten sowie virtuelle Beratungs- und Vorstellungsgespräche durch berufliche Orientierungsveranstaltungen für die Jugendlichen vorzubereiten.
Weitere Informationen zur gemeinsamen Aktion der Allianz für Aus- und Weiterbildung zur Stärkung von Ausbildungsbetrieben und jungen Menschen in der Corona-Pandemie finden Sie unter www.aus-und-weiterbildungsallianz.de und den Internetseiten der Bundesregierung und des Bundesbildungsministeriums.
Die Bundesagentur für Arbeit arbeitet bereits an der Umsetzung der Richtlinie und hat bereits aktuelle Informationen im Internet zur Verfügung gestellt. Auf der Website der Bundesagentur für Arbeit finden Sie in Kürze auch die aktualisierten Anträge und weitere aktualisierte Formulare. Die Betriebe werden gebeten, mit der Übermittlung von Unterlagen an die Agenturen für Arbeit zu warten, bis die überarbeiteten Dokumente zur Verfügung stehen.
(871-001/Roland Blind)