Unser Verband setzt sich weiter für eine Öffnung des Kfz-Handels ein – und zwar inzidenzunabhängig und auf der Basis von Schnell- oder Selbsttests. Dies forderte Verbandspräsident Michael Ziegler via Pressemitteilung und in mehreren Gesprächen mit der Politik im März. Der Verband will die schnelle Ausdehnung des Tübinger Modells auf das ganze Land: An mehreren Teststellen in Tübingen können die Menschen kostenlose Tests machen. Das Ergebnis wird ihnen bescheinigt. Und mit diesem Zertifikat haben sie freien Zugang zu allen Geschäften in Tübingen, die uneingeschränkt öffnen dürfen. „Es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, dies nur in Tübingen als Modellversuch laufen zu lassen. Wir schlagen vielmehr die sofortige Umsetzung im ganzen Land vor“, sagt Michael Ziegler. Der Verband halte dies für gerechtfertigt, „weil wir ja schon seit Monaten darauf hinweisen, dass die Inzidenzwerte nichts über das Infektionsgeschehen in einzelnen Bereichen aussagen“. Autohäuser beispielsweise seien auch nach den Auswertungen des Robert-Koch-Instituts keine Infektionshotspots, „Kfz-Werkstätten haben problemlos schon den ganzen Lockdown über offen“. Michael Ziegler: „Die Tests setzen jetzt an der richtigen Stelle an, weil sie gesunden Menschen viele Freiheiten zurückgeben und erkrankte Menschen schnell über eine notwendige Behandlung und Quarantäne informieren, so dass diese ihre Umgebung vor Ansteckung schützen können. Die frühzeitige Erkennung und Verhinderung weiterer Ansteckungen würde auch die Krankenhauskapazitäten schonen helfen.“ Der Verband sieht das Konzept auch deshalb als geboten an, „weil die Inzidenzwerte damit wieder in ihrer tatsächlichen Bedeutung gesehen werden. Ein Inzidenzwert von 100 bedeutet nämlich, dass gerade mal ein Promille von 100.000 Menschen erkrankt ist. Und wenn diese per Test identifiziert werden, haben die übrigen 99.900 nichtinfizierten Menschen ihre Freiheit zu einem Großteil wieder.“ Der Verband ruft die Autohäuser parallel dazu auf, ihre Beschäftigten vor dem Kundenkontakt ebenfalls testen lassen. Zur Vorsicht und als Signal für Kunden weiter unabdingbar: ein Hygienekonzept. Maskenpflicht, große Flächen und Kontakterfassung – idealerweise über die Luca-App – inklusive. „Wir sind gerne auch unterstützend tätig, wenn unsere Betriebe vom Land oder Bund Testkits bekommen. Das nötige Knowhow können die Ersthelfer, die in den Betrieben vorhanden sind, auf alle Fälle durch Schulungen erwerben.“
(LV 102-00/Steffen Kraus)