Der Beirat des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) hat sich mit dem Ausgang der Landtagswahl befasst. Vor den Spitzenvertretern analysierte Wahlforscher Prof. Frank Brettschneider die Ergebnisse. Der Verband erneuerte den Appell an die Parteien, zügig eine handlungsfähige Regierung zu bilden und sprach sich für eine Fortsetzung und Erweiterung der Zukunftsinitiative „Handwerk 2025“ aus.
„Für das Handwerk wie auch für die Wirtschaft als Ganzes ist wichtig, dass die aktuellen Sondierungs- und Koalitionsgespräche zügig zu einem Ergebnis führen. Denn die aktuellen Herausforderungen sind gewaltig – wir brauchen ein effektives Corona-Krisenmanagement und gleichzeitig eine belastbare Idee, wie der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg in Zukunft aussehen soll. Klimaschutz und die Transformation der Automobilbranche sind hierbei zwei entscheidende Bausteine“, sagt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold.
Auch wenn der Jahresumsatz des Landeshandwerks insgesamt stabil geblieben ist – rund 45.000 Betriebe sind von der Corona-Pandemie direkt oder indirekt betroffen. Noch sei unklar, wie diese Betriebe letztlich aus dieser Krise herauskämen, so Reichhold. „Daher müssen nicht nur die verschiedenen Wirtschaftshilfen viel schneller zu den Betrieben gelangen, sondern die neue Landesregierung muss gezielt weitere Wachstumsimpulse für den Mittelstand setzen.“
Hierzu zählt die Fortführung und Erweiterung der Zukunftsinitiative „Handwerk 2025“. Dieses umfassende Förderprojekt von Landeshandwerk und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau unterstützt Betriebe noch bis Ende 2021 in den wichtigen Zukunftsthemen Personal, Strategie und Digitalisierung. Mit Blick auf eine Verlängerung hält der BWHT-Beirat weitere thematische Schwerpunkte und neue Akzente für notwendig. So soll künftig das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle bei „Handwerk 2025“ spielen. Betriebe sollen bei der Entwicklung und Umsetzung von geeigneten Strategien unterstützt werden. Auch die Transformation der Kfz-Wirtschaft – die immense Auswirkungen auf die handwerkliche Kfz-Branche und deren Zulieferer aus dem Metall- und Elektrohandwerk hat – soll verstärkt begleitet werden. Reichhold: „Das Handwerk will seinen Teil für eine gelingende Transformation beitragen. Dabei soll nicht nur der Kfz-Bereich betrachtet werden, sondern beispielsweise auch das Zuliefer- oder Bauhandwerk. Hier geht es um klimafreundliche Materialien oder nachhaltige Rohstoffe.“
(LV 142-30/Carsten Beuß)