Letztmalig in unserem Monatsdienst 02/2021 haben wir über steuerliche Hilfsmaßnahmen des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) im Rahmen der Corona-Pandemie berichtet. Aufgrund der weiter anhaltenden coronabedingten Belastungen der Wirtschaft haben Bund und Länder einvernehmlich eine Verlängerung der steuerlichen Hilfsmaßnahmen bis zum 30. Juni 2021 zur Vermeidung unbilliger Härten beschlossen. Diese Verlängerung hat das BMF mit Schreiben vom 18. März 2021 bekannt gegeben.
Danach können Steuerpflichtige bis zum 30. Juni 2021 Anträge auf Stundung im vereinfachten Verfahren für die bis zu diesem Zeitpunkt fälligen Steuern (Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer) stellen. Die Stundungen werden längstens bis zum 30. September 2021 gewährt. Über den 30. September 2021 hinaus können durch die Finanzämter Anschlussstundungen, für die bis zum 30. Juni 2021 fälligen Steuern gewährt werden, wenn dabei eine angemessene, längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernde Ratenzahlungsvereinbarung erfolgt. Auf die Erhebung von Stundungszinsen wird grundsätzlich verzichtet.
Außerdem wird das zuständige Finanzamt bei bis zum 30. Juni 2021 fällig gewordenen Steuern von Vollstreckungsmaßnahmen absehen, wenn der Vollstreckungsschuldner (also der Steuerpflichtige) dem Finanzamt bis zum 30. Juni 2021 mitteilt, dass er nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffen ist. Der Vollstreckungsaufschub soll bis zum 30. September 2021 gehen. In diesen Fällen sind die im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 30. September 2021 entstandenen Säumniszuschläge grundsätzlich zu erlassen. Bei Vereinbarung einer angemessenen Ratenzahlung ist eine Verlängerung des Vollstreckungsaufschubs für die bis zum 30. Juni 2021 fälligen Steuern längstens bis zum 31. Dezember 2021 möglich. Gleiches gilt für die bis dahin entstandenen Säumniszuschläge.
Darüber hinaus können Steuerpflichtigen bis zum 31. Dezember 2021 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer 2021 stellen, wenn sie nachweislich unmittelbar und nicht nur unerheblich negativ wirtschaftlich betroffenen sind.
Das vom BMF veröffentlichte, aktualisierte FAQ-Papier zur „Corona-Pandemie“ kann auf www.kfz-bw.de unter Mitglieder / Unser Service für Mitglieder / Downloads / Monatsdienst heruntergeladen werden.