Die Europäische Advisory Group on Vehicle Emission Standards (AGVES) hat ihre Empfehlungen für die neue Abgasnorm Euro 7 vorgestellt. Danach rückt die EU von den ursprünglich geplanten Vorgaben für Grenzwerte für Stickoxide (NOx) und andere Schadstoffe möglicherweise ein Stück weit ab. Geplant war ursprünglich eine Umstellung des Messsystems auf ausnahmslos alle Zeitpunkte der Nutzung eines Fahrzeuges, sogenannte Randbedingungen der Realbetriebs-Messungen (RDE) von Abgasen im Straßenverkehr, die seit der aktuell gültigen Abgasnorm Euro 6 d Bestandteil der Zulassung sind. Die Euro 7-Abgasnorm hätte dann verlangt, dass PKW auch bei Extrembedingungen, etwa sehr niedrigen Temperaturen, Vollgas-Fahrten und Anhängerbetrieb, nahezu keinen Schadstoff ausstoßen. Die Folge wäre gewesen, dass neue Verbrenner gar nicht mehr oder nur noch mit hohen Extra-Kosten zu entwickeln gewesen wären, was faktisch ein Verbrenner-Aus für Diesel und Benziner ab 2025 nach sich gezogen hätte.
Trotz dieser Meinungsänderung in den Empfehlungen an die EU-Kommission ändert sich wahrscheinlich nicht viel an der Langzeit-Strategie der Autohersteller, da auch der neue, noch nicht finalisierte Entwurf der Abgasregeln, deutliche Verschärfungen zur aktuellen Abgasnorm Euro 6 d enthält und die EU den Elektro-Antrieb weiterhin bevorzugt, indem die beim Betrieb eines Stromers durch die Stromproduktion entstehenden Schadstoffe und CO2-Emmissionen weiterhin ignoriert und Elektroautos somit weiterhin mit null Gramm CO2 angerechnet werden. Im dritten Quartal 2021 will die EU-Kommission ihre Gesetzgebungsvorschläge vorlegen.