Die 14 Kfz-Schiedsstellen in Baden-Württemberg verzeichneten im vergangenen Jahr rund 829 Schlichtungsanträge. Das waren knapp 164 Anträge (16,5 Prozent) weniger als im Jahr 2019. Der deutliche Rückgang ist vor allem durch die Auswirkungen der Corona-Restriktionen im Kraftfahrzeuggewerbe zu erklären. Obwohl die Kfz-Werkstätten im Lockdown geöffnet waren, ging die Quote der durchschnittlichen Werkstattauslastung im gesamten Jahr 2020 bundesweit um vier Prozentpunkte gegenüber 2019 zurück – mit zweistelligen Einbrüchen im März (minus zehn Prozentpunkte) und April (minus 18 Prozentpunkte). Viele Menschen haben zunächst nicht notwendige Werkstatt-Aufträge storniert oder verschoben. Insofern gab es auch deutlich weniger Anlässe für eine Schlichtung. Wenn die Kfz-Schiedsstellen weniger zu tun bekommen, spricht das auch für einwandfreies Kundenmanagement in den Betrieben.
Von den insgesamt 829 Anträgen wurden 91,6 Prozent im Vorverfahren und damit im direkten Austausch zwischen Schiedsstelle, Kunde und Kfz-Betrieb geregelt. Lediglich 27 Anträge (3,3 Prozent) gelangten vor eine Schiedskommission. Davon endeten 18 Fälle (66,7 Prozent) mit einem Vergleich. In fünf Fällen (12,3 Prozent) entschied die Kommission für den Antragsteller, in vier Fällen (14,8 Prozent) gegen ihn. Die restlichen 43 Verfahren (5,2 Prozent) waren bis zum Jahresende 2020 noch nicht abgeschlossen gewesen.
Die Mehrzahl der Anträge (650 bzw. 78,4 Prozent) bezog sich auf Reparatur und Wartung. Die Kunden bemängelten vor allem unsachgemäße Arbeit, nicht nachvollziehbare oder vermeintlich zu hohe Rechnungen sowie nicht in Auftrag gegebene und trotzdem durchgeführte Arbeiten.
Bei den insgesamt 179 Anträgen (21,6 Prozent) an die Gebrauchtwagen-Schiedsstellen standen technische Fahrzeugmängel ganz oben auf der Liste, gefolgt von nicht benannten Unfallschäden.