Die Bundesregierung hat Anfang Mai den Berufsbildungsbericht 2021 veröffentlicht. Trotz der Pandemie-bedingten Herausforderungen hat sich das System der dualen Berufsausbildung als stabil erwiesen und bietet jungen Menschen langfristige und aussichtsreiche Beschäftigungs- und Karrieremöglichkeiten.
Der Berufsbildungsbericht fokussiert sich mit den nachfolgenden Erkenntnissen stark auf die Darstellung der Ausbildungssituation zum Stichtag 30. September 2020:
• Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist mit 467.484 erstmalig seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1992 unter die Marke von 500.000 gefallen. Dies ist ein Rückgang gegenüber 2019 von elf Prozent. Im Handwerk sank die Zahl der Neuverträge von 142.875 (2019) auf 132.195 (2020), was ein Minus von rund 7,5 Prozent bedeutet. Damit konnte das Handwerk etwas besser abschneiden als die Gesamtwirtschaft.
• Ursächlich für den Rückgang bei den neuen Ausbildungsverträgen sind vor allem die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die damit verbundene Unsicherheit sowohl bei den Ausbildungsbetrieben als auch bei den Ausbildungssuchenden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Durchführung von Berufsorientierungsveranstaltungen nicht in Präsenzform stattfinden konnte, was sich negativ auf den Matching-Prozess am Ausbildungsmarkt ausgewirkt hat. Daneben haben die rückläufige demografische Entwicklung sowie das veränderte Bildungswahlverhalten von vielen jungen Menschen und der damit verbundene Trend zu vollzeitschulischen oder hochschulischen Bildungsgängen die Lage auf dem Ausbildungsmarkt verschärft.
• Neben dem Rückgang der Neuverträge ist das starke Anwachsen der unbesetzt gebliebenen Ausbildungsstellen besorgniserregend. So blieben im Berichtsjahr insgesamt fast 60.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, davon rund 18.500 im Handwerk. Das entspricht allein im Handwerk einer Zunahme von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
• Positiv ist, dass die Abschluss- und Gesellenprüfungen 2020 zum überwiegenden Teil pünktlich bis zum Ende des Ausbildungsjahres durchgeführt werden konnten. Dies gilt auch für die Mehrzahl der Meister- und Fortbildungsprüfungen. Dies ist insbesondere ein Verdienst der zahlreichen ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer. Nach aktuellen Rückmeldungen aus der Handwerksorganisation können die Prüfungen auch im Jahr 2021 wieder weitgehend fristgerecht durchgeführt werden.
Der Berufsbildungsbericht kann unter www.bmbf.de heruntergeladen werden. Den Datenreport zum Berufsbildungsbericht finden Sie auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) unter www.bibb.de.