In der vorletzten Sitzungswoche des Deutschen Bundestags hatten die Regierungskoalitionen einen Antrag zur Verkehrssicherheit entworfen. Unter anderem sollten beim Fernzugriff auf Fahrzeugdaten Sicherheitsstandards definiert und europäische abgestimmt werden, um den Zugriff durch „Dritte“ auf systemkritische Betriebsfunktionen auszuschließen. Die ZDK-Abteilung Technik und das ZDK-Hauptstadtbüro haben mit den Verbänden der AG Telematik ein gemeinsames Schreiben an die Bundestagsabgeordneten, Berichterstatter und Vorsitzenden der Arbeitsgruppen für Verkehr bei den Regierungsfraktionen versendet. Angeregt wurde, den Antrag so zu formulieren, dass „berechtige Dritte“ einen Zugriff auf Daten aus dem Fahrzeug erhalten müssen.
Auch die Bundestagsfraktion der FDP hatte einen Antrag („Umgang mit Fahrzeugdaten für Innovation, Sicherheit und Mobilität im 21. Jahrhundert“) formuliert. Gefordert wurde darin von der Bundesregierung, ein Mobilitätsdatengesetz zu erarbeiten, Nutzern die Kontrolle über die Übermittlung von personenbezogenen Daten im Fahrzeug zu verfügen, sich bei EU und UNECE für hohe Datenschutz- und Sicherheitsstandards in der Fahrzeug-Server-Kommunikation einzusetzen, als auch gesetzliche Regelungen zu Softwareupdates bei Fahrzeugen zu schaffen.
Der ZDK hat den Verantwortlichen der Fraktion sein Lob für den Antrag mitgeteilt, jedoch auch die Erwähnung eines möglichen Datentreuhänders kritisch angemerkt. Abgesehen von diesem Detail thematisiert der Antrag jedoch zahlreiche, lang vorgebrachte Forderungen aus dem automobilen Aftermarket. Der Antrag der FDP-Bundestagsfraktion steht in Verbindung mit dem Gesetz zum autonomen Fahren, welches in der Bundestagssitzung vom 20. Mai beschlossen wurde. Der ZDK wird sich weiter energisch für einen verbindlichen Rechtsrahmen für Fahrzeug- und Mobilitätsdaten einsetzen.