Während des Lockdowns im März und April 2020 war nicht klar, wie sich die Kaufkraft und die Investitionsbereitschaft in den Autokauf grundsätzlich entwickeln würden. Bei der Analyse der Zahlen für den DAT-Report 2021 wurde deutlich, dass dem eigenen Auto insgesamt eine höhere Bedeutung beigemessen wurde. Das zeigte sich u. a. an gestiegenen Preisen – auf dem Gebraucht- wie dem Neuwagenmarkt. Ein insgesamt steigendes Niveau der Preise wird dabei einerseits von aktuellen Aspekten (wie Corona oder auch die daraus resultierende Mehrwertsteuersenkung bis Ende 2020), aber auch langfristigen Entwicklungen (wie insgesamt hochwertigeren und besser ausgestatteten Autos) geprägt. Letztlich waren es vor allem die höheren Fahrzeugpreise, die 2020 trotz geringeren Zulassungsvolumens das Umsatzniveau im Kfz-Gewerbe nicht abstürzen ließen (siehe kommunizierte Umsatzzahlen des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg für 2020).
Die DAT hat drei Preis-Fakten zum Gebrauchtwagenmarkt formuliert:
1. Der Anschaffungspreis der Gebrauchtwagen rangiert auf Rekordniveau: Der Gebrauchtwagenkäufer hat 2020 mit durchschnittlich 14.730 Euro so viel wie noch nie in den Autokauf investiert. Im Vergleich zum Preis von vor zehn Jahren bedeutet dies einen Anstieg um 51 Prozent, gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 18 Prozent. Die Gebrauchtwagenkäufer haben zu deutlich jüngeren und hochwertigeren Fahrzeugen gegriffen. Coronabedingt könnte auch die geänderte Urlaubsplanung eine Rolle gespielt haben. Wer statt mit dem Flugzeug mit dem Auto in den Urlaub reiste, hatte sich möglicherweise den Kauf eines höherwertigen Fahrzeugs vorgenommen.
2. Hochpreisige Gebrauchtwagen werden im Markenhandel gekauft: Bezogen auf den Kaufpreis lässt sich der Gebrauchtwagenmarkt in drei nahezu gleich große Preisklassen (bis 10.000 Euro, 10.000 bis 17.500 Euro und teurer als 17.500 Euro) unterteilen. Während Pkw der Kaufpreisklasse bis 10.000,- Euro vorwiegend auf dem Privatmarkt (62 Prozent) erworben wurden, verkaufte der Markenhandel die Hälfte der Fahrzeuge, die mehr als 17.500 Euro kosteten. Im Schnitt wurden dort 18.570 Euro bezahlt.
3. Die Marke ist ein maßgeblicher Faktor für die Investitionssumme: Die Höhe des investierten Betrags variiert erheblich nach Marke. Käufer von deutschen Premiummarken investierten mit 19.740 Euro das meiste Geld. Käufer von Importfabrikaten bezahlten im Schnitt mit 13.400 Euro deutlich weniger, während die Käufer von sämtlichen deutschen Marken mit 15.450 Euro etwas mehr ausgaben.
Drei Preis-Fakten der DAT zum Neuwagenmarkt:
1. Der Anschaffungspreis der Neuwagen liegt auf Rekordniveau: Der durchschnittliche Neuwagenpreis lag 2020 bei 36.340 Euro. Allein im letzten Jahr stieg der Preis um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und setzte damit seinen Anstieg seit 2013 fort. Gründe hierfür sind unter anderem die in den letzten Jahren gestiegenen Listenneupreise der Hersteller, gepaart mit zahlreichen Fahrerassistenzsystemen und einer Verschiebung innerhalb der Segmente hin zu den im Schnitt teureren SUV.
2. Die Hälfte aller Neuwagen sind in hohen Kaufpreisklassen zu finden: Die niedrigen Kaufpreisklassen sind im Neuwagenmarkt eher dünn besetzt: 2020 entfielen acht Prozent in das Preissegment unter 15.000 Euro, 19 Prozent lagen zwischen 15.000 und 24.999 Euro. Gut ein Viertel war in der Preiskategorie von 25.000 und 34.999 Euro zu finden. Alle anderen Pkw und damit gut die Hälfte (49 Prozent) kosteten 35.000 Euro und mehr und gehörten damit in die höchste Kategorie. Der Fünf-Jahres-Vergleich zeigt damit eine klare Abnahme der niedrigen und eine deutliche Zunahme der höherpreisigen Neuwagen.
3. Der Finanzierungsanteil nimmt Einfluss auf den Kaufpreis: Auch 2020 waren die Zinsen auf niedrigem Niveau und die Finanzierungsbereitschaft hoch. Daher spielt bei einem ganz oder teilweise finanzierten Pkw der Kaufpreis eine deutlich geringere Rolle, als würde der Pkw aus eigenen Mitteln bezahlt. Die Frage, ob der Wagen ganz oder teilweise durch einen Kredit finanziert wurde, zeigte folgende Ergebnisse: 62 Prozent – und damit so viele Fahrzeuge wie nie zuvor – wurden ganz oder teilweise finanziert. Nur noch 16 Prozent wurden komplett aus eigenen Mitteln gestemmt, während die Privatleasingquote erneut bei 22 Prozent lag. Bei privat Geleasten lag der Durchschnittspreis bei 51.990 Euro.
Diese und weitere Ergebnisse finden Sie im DAT-Report 2021. Verbands- und Innungsmitglieder können ihn kostenpflichtig über den Webshop des Zentralverbandes des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) unter www.kfz-meister-shop.de zum Vorzugspreis von 14,- Euro zzgl. MwSt. erwerben.