Um gezielt das Kraftfahrzeuggewerbe bei der Transformation der Automobilwirtschaft zu unterstützen, fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus den Aufbau einer Zukunftswerkstatt 4.0. auf dem Gelände der BusWorld Esslingen. Der Start der Umbaumaßnahmen wurde durch einen Spatenstich im kleinen Kreis unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften gefeiert. „Mit der Zukunftswerkstatt 4.0 schaffen wir für die vielen Kfz-Betriebe im Land eine zentrale und praxisorientierte Anlaufstelle rund um die Themen Elektromobilität und Digitalisierung. Sie wird Innovationsschaufenster, Schulungszentrum und Testlabor für die Technologien, Prozesse und Geschäftsmodelle von morgen und übermorgen sein“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut. Die Betreibergesellschaft wird von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU), der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) und dem Institut für Automobilwirtschaft (IfA) getragen, unser Verband und auch der ZDK sind ideelle Partner. Auch die Automobilhersteller AUDI, Daimler und Porsche sowie LKQ Europe, T-Systems und der TÜV SÜD sind als Partner der Zukunftswerkstatt 4.0 dabei, die auf über 450 Quadratmetern zwei voll ausgestattete Werkstattarbeitsplätze, einen Showroom-Bereich sowie Seminarräume bietet. Konkret werden die Strukturen eines Autohausbetriebs der Zukunft realitätsgetreu und praxistauglich nachgebildet. Ziel ist es, die Branchenakteure entlang der Kundenprozesse – also der Customer Journeys im Sales und Aftersales – für künftige Entwicklungen zu sensibilisieren und einen Blick nach übermorgen zu werfen.
Prof. Dr. Stefan Reindl, IfA-Direktor: „Die Zukunftswerkstatt ist deswegen auf Basis der zugrunde gelegten Konzeption praxistauglich und umsetzungsorientiert angelegt, um eine unmittelbare Transformation in den Betrieben des Kfz-Gewerbes zu erreichen. Mit der Zukunftswerkstatt 4.0 leisten die Initiatoren einen Beitrag dazu, die Beschäftigung im Kfz-Gewerbe nachhaltig abzusichern“. Dr. Thilo Wagner, Geschäftsführer der DAT und damit Gesellschaftervertreter sowie strategischer Partner der Zukunftswerkstatt: „Die Digitalisierung der Geschäftsprozesse in den Automobilbetrieben ist bekanntermaßen Gegenstand zahlreicher Vorträge und Beratungsangeboten. Mit der Zukunftswerkstatt 4.0 wollen wir die Praxistauglichkeit des Einsatzes entsprechender Software-Systeme und Komponenten unter Beweis stellen.“ „Das Design der Zukunftswerkstatt 4.0 als offene, unternehmensübergreifende Plattform ist in der Branche einzigartig und wird ganz neue Ansätze zur Bewältigung der zukunftsgerichteten Herausforderungen in einem branchenfokussierten Umfeld liefern“, ist sich IfA-Vize Prof. Dr. Benedikt Maier sicher. Bereits heute haben über 70 Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit der Zukunftswerkstatt vertraglich zugesichert. Die Zukunftswerkstatt 4.0 freut sich auf weitere Partner, die ihre Technologien präsentieren und/oder das Lab individuell nutzen sowie die Transformation konstruktiv mitgestalten möchten.
Im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg (SDA) fördert das Ministerium das Institut für Automobilwirtschaft (IfA) die Umsetzung der Zukunftswerkstatt 4.0 mit rund 700.000 Euro. In Baden-Württemberg sind rund 80.000 Menschen mit der Vermarktung und Instandhaltung von Fahrzeugen beschäftigt. Weitere 30.000 Personen sind mit der Vermarktung automobiler Dienstleistungen betraut. Tiefgreifende technologische und gesellschaftliche Veränderungen stellen die Branche jedoch vor einen Transformationsprozess mit zahlreichen Herausforderungen. „Der Technologiewandel wirkt sich auf die gesamte automobilwirtschaftliche Wertschöpfungskette aus. Digitale Informations- und Kommunikationsmedien in der Kundeninteraktion, neue Technologien in der Produktpräsentation, sinkende Umsatzgrößen im Werkstattbereich durch die Elektromobilität, aber auch neue Wertschöpfungspotenziale durch das Connected Car sind nur wenige Beispiele für den hohen Veränderungsdruck“, erklärte Hoffmeister-Kraut. Während die überwiegend großbetrieblichen Strukturen der Automobilindustrie den Unternehmen eine aktive Einflussnahme auf den Transformationsprozess erlauben, sehen sich hingegen die Autohäuser und Werkstätten häufig engen Grenzen hinsichtlich der Erprobung neuer Technologien und Diensten ausgesetzt. „Genau hier setzt die Zukunftswerkstatt 4.0 an“, so die Ministerin weiter.
Die Fertigstellung und Eröffnung der Zukunftswerkstatt 4.0 ist für Spätsommer 2021 geplant. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ifa-info.de/zukunftswerkstatt.