Wenn von Flotte oder Fuhrpark die Rede ist, handelt es sich um einen Teil der gewerblichen Zulassungen. Speziell in Firmenfuhrparks kommen weiterhin in hohem Maße Diesel-Pkw zum Einsatz, gut jeder zehnte Dienstwagen ist derzeit mit einem alternativen Antrieb ausgestattet – ein deutlich höherer Anteil als in der Vergangenheit. Jeder Zweite ist dabei ein Plug-InHybrid (PHEV), aber auch Mildhybride (MHEV) fließen in diese Gruppe mit ein. Auf die Frage, was für die Anschaffung von alternativen Antriebsarten spricht, wurden am häufigsten die günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen genannt. Die große Mehrheit der Fuhrparkleiter stellt Fahrern von elektrifizierten Fahrzeugen Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz zur Verfügung, 58 Prozent knüpfen die Beschaffung aber auch an bestimmte Bedingungen wie z. B. Länge des Arbeitsweges.
Diesel in Fuhrparks weiterhin bestimmend
Die Bandbreite der Flottenfahrzeuge reicht vom Vertriebsaußendienst bis zum ambulanten Pflegedienst. Bedingt durch hohe Jahresfahrleistung sind nach wie vor Diesel-Pkw weit verbreitet (75 Prozent der Pkw in den Fuhrparks). Der Anteil der alternativen Antriebe liegt derzeit bei elf Prozent. Hiervon machen die Plug-In-Hybride mit 54 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von den rein batterieelektrischen Pkw (BEV) mit 29 Prozent. Die sogenannten Mildhybride (MHEV), die von den Fuhrparkleitern mit zehn Prozent angegeben wurden, müssten strenggenommen den Verbrennern zugeordnet werden, da die MHEV nicht alleine elektrisch fahren können.
Steuerliche Anreize könnten alternative Antriebe pushen
Für Dienstwagenberechtigte besteht bei BEV- und PHEV-Fahrzeugen ein vergünstigter Steuersatz. Sie müssen je nach Kriterien nur 0,25 oder 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises versteuern. Diesen Anreiz wählten 74 Prozent der befragten Fuhrparkleiter (Top-Nennung), und auch 62 Prozent bestätigten, dass sie Anfragen von Dienstwagenfahrern zur Beschaffung solcher Pkw hätten. An zweiter Stelle wird mit 71 Prozent die grundsätzliche Verbesserung der CO2-Bilanz genannt. Die eigenen, firmeninternen CO2-Richtlinien sind für die Hälfte der Fuhrparkleiter ebenfalls ein wichtiger Beschaffungsgrund.
Kriterien für PHEV als Dienstwagen
Speziell zu PHEV befragt, gaben 68 Prozent der Fuhrparkleiter an, dass ihren Dienstwagenberechtigten Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz zur Verfügung stünden. Bei 58 Prozent ist die Bestellung von PHEV-Dienstwagen an bestimmte Bedingungen geknüpft (Länge des Arbeitsweges oder vorhandene Lademöglichkeit zu Hause). Allerdings vermuten auch 53 Prozent der Fuhrparkleiter, dass einige der Dienstwagenberechtigten einen PHEV wie einen klassischen Verbrenner fahren, d. h. diesen nicht extern laden. Gestiegen sind bei 47 Prozent der Befragten durch PHEV im Fuhrpark die laufenden Kosten. Und: 21 Prozent haben Dienstwagenberechtigte, die wieder zu einem klassischen Verbrenner zurückkehren möchten.
E-Fuels bei Fuhrparkleitern bekannt
Im Zuge der Diskussion um den Ausstieg aus dem Verbrenner ist oft von E-Fuels die Rede. Sechs Prozent der befragten Fuhrparkleiter hat sich bereits intensiv damit beschäftigt, 27 Prozent hat viel davon gehört oder gelesen und 45 Prozent bereits etwas davon gehört oder gelesen. Bei der weiteren Befragung dieser drei Teilgruppen kam heraus, dass die meisten diese Kraftstoffe für vielversprechend halten. Sie seien eine klimaschonende Alternative neben der Elektromobilität, da Verbrenner das Straßenbild noch lange Zeit beherrschen werden. 20 Prozent gaben zu Protokoll, dass sie nichts davon halten, da deren Herstellung aufwendig sei und diese somit auch längerfristig ein sehr teurer Kraftstoff seien.
Auto-Abos im Fuhrpark kaum relevant
Auto-Abos werden seit wenigen Jahren intensiv in der Automobilbranche diskutiert. Gegen einen festen monatlichen Betrag wird die Nutzung von Pkw angeboten. Im Abopreis enthalten ist in der Regel Versicherung, Wartung/Service (inkl. HU/AU) und Kfz-Steuer. Von allen befragten Fuhrparkleiter bestätigten 41 Prozent, dass sie sich bereits damit auseinandergesetzt haben. Bei einem Prozent bestehe aktuell bei Dienstwagenfahrern ein Abo. 21 Prozent aller Befragten sehen in einem Auto-Abo eine Alternative zum klassischen Leasingvertrag, 79 Prozent verneinten dies.
Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement: „Nachhaltigkeit wird im Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement immer wichtiger. Sie ist heutzutage ein selbstverständlicher Teil der Unternehmensstrategie – oder sollte es sein. Unternehmen entscheiden nach ökologischen, aber notwendigerweise auch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Mobilitätsanforderungen müssen erfüllt werden, die passenden Fahrzeuge oder Alternativen lieferbar sein. Deswegen kann eine Mobilitätswende auch kein radikaler Umbruch sein, sondern ist ein Prozess, der Übergangstechnologien, intelligente Lösungen und die richtigen politischen Rahmenbedingungen braucht. Alternative Antriebe, neue Technologien, Themen wie E-Fuels und neue Konzepte für betriebliche Mobilität sind ein Mittel, um den Weg zu einer nachhaltigen betrieblichen Mobilität zu bereiten. Die steuerlichen Anreize zeigen nach den vorliegenden Ergebnissen des DAT-Barometers Wirkung. Natürlich beeinflussen sie Entscheidungen in den Unternehmen.
Die ausführliche Darstellung der einzelnen Themen finden Sie auf https://barometer.dat.de/.