Mit der aktuell vom Wirtschaftsministerium geplanten Ausbildungsoffensive „Restart Ausbildung“ sollen noch möglichst viele Jugendliche und Betriebe kurzfristig für die Ausbildung 2021 mobilisiert werden. Die Bausteine der Ausbildungsoffensive im Einzelnen sind:
AzubiCardBW
Eine landesweit einheitliche AzubiCard für Auszubildende verschafft Azubis bereits zum Ausbildungsbeginn im September genau wie bei Studierendenausweisen Vergünstigungen von Einrichtungen und Betrieben. „Dadurch erhöhen wir die Sichtbarkeit der beruflichen Ausbildung, stärken die Gleichwertigkeit mit der akademischen Bildung und schaffen attraktive Vorteile für unsere Azubis“, betonte Hoffmeister-Kraut. Die AzubiCard wird neben den Handwerkskammern auch von den Industrie- und Handelskammern ausgegeben. Mit der AzubiCard erhalten Auszubildende in ganz Deutschland Vergünstigungen und Zugang zu exklusiven Angeboten. Das können zum Beispiel Rabatte, ermäßigte Eintrittspreise im Kino und bei Konzerten oder preiswertere Übernachtungen in Hostels oder Hotels sein – deutschlandweit gibt es bereits über 600 Angebote. Auf der Internetplattform www.azubicard-bw.de oder bei den regionalen Handwerkskammern können interessierte Betriebe ihr Angebot kostenfrei eintragen.
Digitale Ausbildung
Um mehr Jugendliche für die Maßnahmen der Beruflichen Orientierung zu begeistern, wird in neuen, innovativen Projekten auf die Digitalisierung und neue Elemente wie Virtual Reality oder Gamification zurückgegriffen. „Die Jugendlichen erwarten eine digitale Ansprache und digitale Inhalte – und das auch ganz unabhängig von Corona“, so die Ministerin weiter. „Und wir wollen das Matching von Azubi-Angebot und -Nachfrage damit verbessern. Zusätzlich werden wir die Digitalisierung der Ausbildung in den überbetrieblichen Bildungsstätten der Wirtschaft unterstützen.“
Restart Berufsorientierung
Mit einem „Restart Berufsorientierung“ sollen – sofern es die pandemische Lage zulässt – Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse in den überbetrieblichen Bildungsstätten wieder zwei Wochen lang mindestens drei Berufe praktisch erproben können. Die praktische Berufsorientierung konnte coronabedingt in diesem und im vergangenen Jahr leider nicht stattfinden. Darum soll hier einen Neustart nach Corona vorbereitet werden.
Ausbildungsscouts
Mit neuen Ausbildungsscouts sollen neue Ausbildungsplätze generiert werden. „Die Scouts sollen Betriebe, die bisher noch nicht oder nicht mehr ausbilden, für die Ausbildung gewinnen“, hob Hoffmeister-Kraut hervor. Potenzial sehe sie etwa darin, verstärkt bei Betrieben, die von Migrantinnen und Migranten geführt werden, für ein Ausbildungsengagement zu werben.
Ausbildung im Verbund
„Außerdem werden wir unsere Förderung für die Ausbildung im Verbund schon zum neuen Ausbildungsjahr im Herbst auf 4.000 Euro verdoppeln“, ergänzte die Wirtschafts- und Arbeitsministerin. Betriebe, die nicht in der Lage seien, das gesamte Spektrum der Ausbildungsinhalte abzudecken, könnten sich mit anderen Betrieben oder Bildungsträgern zu einem Verbund zusammenschließen und so trotzdem ausbilden. Denn damit schaffen wir einen echten Anreiz, im Verbund auszubilden, und sorgen für zusätzliche Ausbildungsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen.