Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in der Vergangenheit wiederholt zu Werbung mit Testsiegeln oder Testergebnissen geurteilt. In früheren Entscheidungen fanden sich in der Regel immer Entscheidungen dahingehend, dass insbesondere bei Nennung von Testergebnissen oder Qualitätsaussagen in der Werbung auch die konkrete Fundstelle des Tests in einer Zeitung (mit Name der Zeitung, Ausgabe und Erscheinungsdatum) oder im Internet (mit konkreter Internet-Adresse der Fundstelle) angegeben werden musste. Diese Entscheidungen haben auch heute noch Bestand.
In einem aktuellen Fall ging es um die Thematik, dass sich ein Werbender in der Werbung nicht explizit auf einen Test oder dessen Ergebnis bezogen hat, aber auf der Abbildung des beworbenen Produktes in der Werbeanzeige ein Siegel mit dem Wort „Testsieger“ auf dem Produkt selbst zu erkennen war. Eine Fundstelle des Tests war nicht angegeben. Der BGH (Az.: I ZR 134/20) hat in seiner Entscheidung aber die Auffassung vertreten, dass es sich bei einer solchen Werbung um eine Werbung mit Testsiegeln / Testergebnissen handelt und somit die genaue Fundstelle des Tests bereits in der Werbung anzugeben ist. Der Informationspflicht kann dadurch nachgekommen werden, dass ein Fußnotenhinweis im Prospekt auf die Fundstelle der Testveröffentlichung verwendet wird.