Nachdem im Mai 2021 das Förderprogramm Charge@BW vollständig eingestellt wurde, können seit 1. August 2021 wieder Förderanträge gestellt werden. Allerdings wird vom Verkehrsministerium darauf hingewiesen, dass diese Möglichkeit lediglich bis zur Veröffentlichung einer Bundesförderung für nichtöffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur (Flottenanwendung und Beschäftigte) weiterlaufen wird. Eine umgehende Antragstellung wird daher empfohlen. Die Anträge können vor dem Maßnahmenbeginn gestellt werden oder als Ausnahme im Rahmen des zulässigen vorzeitigen Maßnahmenbeginns.

Mit der Förderung für Ladeinfrastruktur durch „Charge@BW“ übernimmt das Land 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bis maximal 2.500 Euro pro Ladepunkt. Antragsberechtigt sind juristische Personen mit Sitz oder Betriebsstätte in Baden-Württemberg und die Versorgung der Ladesäulen muss aus erneuerbaren Energien oder aus vor Ort eigenerzeugtem regenerativem Strom erfolgen.
Die Förderanträge sollten gegebenenfalls umgehend bei der L-Bank gestellt werden. Die detaillierten Fördergrundsätze sind auf der Internetseite der L-Bank unter www.l-bank.de abrufbar. Der zugehörige Flyer steht unter www.vm.baden-wuerttemberg.de zur Verfügung.

Die neue Bundesförderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ startet direkt mit zwei Förderaufrufen, wobei Unternehmen, Städte und Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen Förderanträge einreichen können. Grundvoraussetzung für die Förderfähigkeit ist der Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien.
1. Förderaufruf zum Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur
Seit dem 31. August 2021 bis zum 18. Januar 2022 können Förderanträge für öffentliche Ladestationen bei der BAV gestellt werden. Insgesamt stehen im ersten Aufruf 190 Mio. Euro Bundesmittel zur Bewilligung von 9.000 Normalladepunkten (3,7-22kW) und 9.000 DC-Schnellladepunkten (>22kW) zur Verfügung.
Zuständig ist die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV), welche alle relevanten Informationen und Dokumente auf ihrer Webseite bereitstellt. Die wichtigsten Informationen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen.
1.1 Fördergegenstand und Höhe der Förderung:
Gefördert werden Ausgaben für den Kauf der Hardware (kein Leasing), sowie deren Netzanschluss inklusive Montage, Installation und ggf. Kombination mit einem Pufferspeicher (im Rahmen der Verringerung der Netzanschlussleistung). Die Förderhöhe für die Hardware der Ladepunkte gliedert sich nach der Ladeleistung:
– Normallladepunkt (bis 22 kW): Max. 2.500 Euro oder 60 Prozent
– DC-Schnellladepunkt 1 (über 22 kW und bis 99,9 kW): Max. 10.000 Euro oder 60 Prozent
– DC-Schnellladepunkt 2 (ab 100 kW): Max. 20.000 € bzw. 40 Prozent oder 60 Prozent*
*Die maximale Förderquote richtet sich nach dem Ausbaubedarf im jeweiligen PLZ-Gebiet gemäß Standorttool. Eine Zuweisung der Postleitzahl zur Kontingentregion und Bedarfskategorie-SLP2 in tabellarischer Form finden Sie unter www.bmvi.de.
Zudem wird die Herstellung, Erweiterung oder Aufrüstung des Netzanschlusses mit der gleichen maximalen Förderquote des Ladepunkts bis zu folgenden Höchstbeträgen gefördert:
– Im Niederspannungsnetz max. 10.000 Euro Förderung pro Standort
– Im Mittelspannungsnetz max. 100.000 Euro Förderung pro Standort
– Ein Pufferspeicher kann demzufolge mit bis zu 100.000 Euro gefördert werden, wenn ansonsten ein Mittelspannungsanschluss notwendig gewesen wäre.
Eine Liste aller förderfähigen Ausgaben kann dem 1. Förderaufruf entnommen werden.
1.2 Was sind die wichtigsten Förderbedingungen?
1. Die Förderbeträge beziehen sich auf öffentliche Ladeinfrastruktur, welche 24/7 zugänglich ist. Bei beschränkter Zugänglichkeit des Ladepunktes (Öffnungszeiten: mindestens 12/6) erfolgt eine Absenkung der Förderhöhe auf 50 Prozent der Förderung.
2. Die geplanten Ladepunkte müssen LSV-konform sein und vertragsbasiertes Laden, Roaming und Ad-hoc-Laden ermöglichen, um eine Förderung erhalten zu können.
3. Verpflichtend ist Strom aus erneuerbaren Energien: Entweder über einen entsprechenden Ökostromvertrag oder aus Eigenerzeugung vor Ort (z.B. PV-Anlage).
4. Die Mindestbetriebsdauer beträgt sechs Jahre, wobei der Betrieb auch durch Dritte erfolgen darf. Der Zuwendungsempfänger muss über den gesamten Zeitraum Eigentümer bleiben. Während der Mindestbetriebsdauer muss der Eigentümer halbjährlich einen Bericht an die NOW GmbH über die Online-Plattform OBELIS übermitteln.
5. Die Stellplätze müssen durch entsprechende Bodenmarkierungen gekennzeichnet werden (weißes E-Auto Piktogramm gem. § 39 Abs. 10 StVO).
Die vollständigen Förderbedingungen können ebenfalls dem 1. Förderaufruf entnommen werden.
1.3 Hinweise zum Antragsverfahren
Es werden innerhalb des Beantragungszeitraums (31. August 2021 – 18. Januar 2022) zunächst alle Anträge eingesammelt und anschließend auf Basis von Förderhöhe und Kontingentregionen (je PLZ-Gebiete) in einem Ranking zusammengefasst (Dauer circa sechs Wochen). Erst danach erteilt das BAV die Zuwendungsbescheide und die Maßnahmen können begonnen werden. Die Umsetzungsfrist beträgt zwölf Monate, es kann jedoch eine Verlängerung beantragt werden.
Beachten Sie, dass auch das Förderprogramm „Ladeinfrastruktur vor Ort“ weiterhin parallel läuft. Wir haben in unserem Monatsdienst 04/2021 bereits darüber berichtet.
2. Förderaufruf zur Modernisierung und Nachrüstung öffentlicher Ladeinfrastruktur
Seit dem 9. September 2021 bis zum 27. Januar 2022 können Förderanträge zur Modernisierung und Aufrüstung bereits errichteter Ladestationen bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) gestellt werden. Insgesamt stehen im zweiten Aufruf 90 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung.
Die BAV stellt relevanten Informationen und Dokumente auf ihrer Webseite bereit. Die wichtigsten
Informationen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
2.1 Fördergegenstand und Höhe der Förderung:
Gefördert werden Modernisierungen bestehender Ladeeinrichtungen inklusive Netzanschluss, die einen Mehrwert bieten. Dieser kann im Rahmen einer Aufrüstung (Erweiterung des Leistungsumfangs) oder einer Ersatzbeschaffung (kompletter Austausch der Hardware) erreicht werden und muss pro Ladepunkt mindestens 100 kW Ladeleistung (DC) ermöglichen. Zudem wird ein Mehrwert geschaffen, wenn mindestens eine der folgenden Kriterien erfüllt wird:
– Aufrüstung der Authentifizierungs- und Bezahloptionen
– Steigerung des Ladekomforts (z.B. Herstellung von Barrierefreiheit oder Einrichtung von WLAN)
– Herstellung der öffentlichen Zugänglichkeit unter Einhaltung der LSV
Eine Förderung ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Ladepunkt bereits auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene gefördert wurde oder wenn lediglich rechtliche Vorgaben umgesetzt werden (insb. LSV).
Die maximale Förderhöhe pro Ladepunkt beträgt 60 Prozent der förderfähigen Ausgaben und ist mit 20.000 Euro gedeckelt. Die Aufrüstung von Netzanschluss und Pufferspeicher kann ebenfalls gefördert werden, die maximale Förderhöhe richtet sich hierbei nach der jeweiligen Anschluss-Kategorie (vgl. 1. Förderaufruf).
Eine Liste aller förderfähigen Ausgaben können dem 2. Förderaufruf entnommen werden.
2.2 Hinweise zum Antragsverfahren
Es werden innerhalb des Beantragungszeitraums (9. September 2021 – 27. Januar 2022) zunächst alle Anträge eingesammelt und anschließend auf Basis der Förderhöhe in einem Ranking zusammengefasst (Dauer circa sechs Wochen). Erst danach erteilt die BAV die Zuwendungsbescheide und die Maßnahmen können begonnen werden. Die Umsetzungsfrist beträgt zwölf Monate, es kann jedoch eine Verlängerung beantragt werden.
Besonderheiten für fabrikatsgebundene Betriebe
Anträge von fabrikatsgebundenen Autohäusern und Werkstätten, die gemäß Händler-/Werkstättenvertrag zur Errichtung von Ladeinfrastruktur verpflichtet sind, wurden in der Vergangenheit mit Verweis auf eine Verletzung des Subsidiaritätsprinzips abgelehnt. Wenn die Herstellervorgaben jedoch weniger streng sind als die Förderkriterien (z.B. höhere Zugänglichkeit oder Leistungsstärke der Ladepunkte), bestehen trotzdem Chancen auf Fördermittel. Die BAV prüft den Förderanspruch dann noch einmal im Einzelfall. Dafür stellt das Kfz-Gewerbe eine Argumentationsvorlage zur Einreichung bei der BAV zur Verfügung. Die Argumentationsvorlage kann auf www.kfz-bw.de unter Mitglieder / Unser Service für Mitglieder / Downloads / Monatsdienst heruntergeladen werden.