Welches Bundesland hat das beste Bildungssystem? Wer hat sich verbessert? Wo gibt es in Kindergarten, Schule, Lehre und Hochschule Änderungsbedarf? All das steht im aktuellen Bildungsmonitor 2021 des Instituts für deutsche Wirtschaft (IW). Der Bildungsmonitor 2021 zeigt, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes zum Wachstum und Wohlstand der Wirtschaft beiträgt. Die Zahlen kommen von verschiedenen statistischen Einrichtungen wie beispielsweise den Statistischen Landesämtern und werden in Punkte umgerechnet. Im bundesweiten Bildungsvergleich landet Baden-Württemberg auf dem sechsten Platz. Stärken weist Baden-Württemberg in den Handlungsfeldern Berufliche Bildung, Zeiteffizienz und Hochschule/MINT auf:
➢ Die Absolventen der dualen Ausbildung haben die höchste Erfolgsquote aller Bundesländer. Die Fortbildungsintensität ist hoch.
➢ Die Abbrecherquote unter Auszubildenden ist die geringste in Deutschland. Das Durchschnittsalter der Erstabsolventen von Hochschulen ist gering.
➢ Es gibt viele Hochschulabsolventen und dual Studierende.
Verbesserungspotenzial besteht in Baden-Württemberg bei der Internationalisierung und der Förderinfrastruktur:
➢ An den Berufsschulen werden wenige junge Menschen in Fremdsprachen unterrichtet.
➢ Wenige Kindergarten- und Grundschulkinder besuchen Ganztageseinrichtungen.
Bundesweit bestätigt der Bildungsmonitor 2021 allerdings den Eindruck, dass die Digitalisierung im Bildungsbereich unzureichend ist, zumal in Ostdeutschland. Mit dem Digitalpakt Schule haben Bund und Länder sowohl die digitale Infrastruktur der Schulen als auch die medienpädagogische Qualifizierung von Lehrkräften zum Ziel erklärt. Dies muss endlich umgesetzt werden. Ebenso wird der Eindruck nun weiter konkretisiert, dass die Schulschließungen gravierende Auswirkungen vor allem auf solche Schülerinnen und Schüler haben, die auf die Bildungsleistung der Schule besonders angewiesen sind. So zeigten sich in einer Umfrage Eltern in Regionen mit geringerer Kaufkraft betroffener als in anderen Regionen. Ein Corona-Aufholprogramm mit gezielter Diagnose der Lernstände und systematischem Schließen der Lernlücken ist dringend notwendig; erfolgreiche Elemente eines solchen Programms könnten darüber hinaus dauerhaft zu besseren Bildungschancen beitragen. Eine neue Stelle in der Schule ist dafür nicht erforderlich, wohl aber ein neuer Stellenwert für das Handlungsfeld Schulqualität in der Bildungspolitik. Auch das Thema MINT bleibt aktuell und dringlich. Die vollständigen Ergebnisse sowie weitere Information können im Internet unter www.insm-bildungsmonitor.de abgerufen werden.