Ein neues standardisiertes Autorisierungsverfahren soll freien Kfz-Betrieben und Mehrmarkenbetriebe künftig den Zugang zu sicherheits- und diebstahlrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen der Hersteller erleichtern und damit die Konkurrenzfähigkeit betroffener Kfz-Werkstätten sichern. Alle Fahrzeughersteller müssen durch Vorgaben der Europäischen Kommission den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen nach einem standardisierten Prozess, dem SERMI-Schema, gewähren. Der Zugang zu den Herstellerinformationen durch Kfz-Werkstätten wird dann nur noch mit einem elektronischen Zertifikat möglich sein.
Dies wird in Deutschland zukünftig über das neue, standardisierte Autorisierungsverfahren SERMA (Secure Repair and Maintenance Autorisation) gewährleistet. Der Bundesinnungsverband (BIV) hat das neue System auf der Sitzung der Bundesfachgruppe „Freie Werkstätten“ am 8. Oktober in Würzburg vorgestellt. SERMA beinhaltet ein neues Akkreditierungsschema, das bereits durch die erfolgreiche Umsetzung der Akkreditierten Überprüfung im Kraftfahrzeuggewerbe (AÜK) erprobt ist.
Dieser standardisierte Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen wird durch einen neuen Anhang der Typgenehmigungsverordnung (EU) 2018/858 geregelt, welcher am 23. Juli 2021 veröffentlicht wurde. Damit alle Kfz-Werkstätten den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen der Fahrzeughersteller diskriminierungsfrei und nach einem einheitlichen Schema bekommen, bedarf es zukünftig einer Autorisierung der Kfz-Werkstätten und deren Mitarbeiter durch eine unabhängige Konformitätsbewertungsstelle.
Die Akkreditierung muss bis Mitte 2023 EU-weit umgesetzt sein.