Das Landesarbeitsgericht (LArbG, Az.: 2 Sa 358/20) Köln verdeutlicht abermals, dass Arbeitgeber aus Datenschutzgesichtspunkten im Internet abrufbare Profile von Mitarbeitern unmittelbar nach dem Ende einer Beschäftigung von ihrer Homepage entfernen sollten – ansonsten droht ein Schmerzensgeldanspruch des ehemaligen Mitarbeiters. Einzige Ausnahme: Es ist individuell mit dem (früheren) Arbeitnehmer etwas anderes vereinbart worden.
Bei der Höhe des Schmerzensgeldes ist jedoch immer der Einzelfall zu betrachten. Hier können viele Besonderheiten eine Rolle spielen. Zu Gunsten des Arbeitgebers ist sicherlich zu berücksichtigen, wenn im Rahmen einer durchgeführten Löschung versehentlich nur einzelne Angaben weiterhin abrufbar bleiben. Auch die Frage der individuellen Intensität der Rechtsverletzung für den Betroffenen wird eine Rolle für die Höhe des Schmerzensgeldes spielen. Dies gilt einerseits für die Anzahl der Aufrufe im Internet und andererseits für die persönliche berufliche Betroffenheit des ehemaligen Arbeitnehmers.