Die EU-Kommission hat die Ergebnisse der Evaluierung der europäischen KMU-Definition veröffentlicht. Grundsätzliches Ergebnis ist, dass die derzeitige KMU-Definition gemäß Empfehlung 2003/361 noch zweckmäßig und daher nicht anzupassen ist. In dem Bericht wird insoweit bestätigt, dass die Definition nach wie vor die aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten widerspiegelt und gut geeignet ist, die KMU-Ziele und die allgemeinen wirtschaftspolitischen Ziele der Kommission zu unterstützen.
Die derzeitige Mitarbeiterzahl (d.h. maximal 249 Mitarbeiter) bleibt somit unverändert. Außerdem sollen mittelgroße Midcap-Unternehmen als Ergebnis der Evaluierung nicht unter die KMU-Definition fallen, sondern eventuell als gesonderte Kategorie anerkannt werden. Dies wird die Kommission weiter prüfen. Bei den finanziellen Schwellenwerten (Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro) hat die Evaluierung gezeigt, dass sie noch mit den wirtschaftlichen Entwicklungen vereinbar sind. Der durchschnittliche Umsatz bzw. die durchschnittliche Bilanzsumme von KMU liegen deutlich unter diesen Schwellenwerten.
Große Kritiker dieser Definition, von der beispielsweise der Zugang zu vielen Förderprogrammen abhängt, sind größere Autohäuser unterhalb der Handelsgruppen mit beispielsweise 300 oder 500 Beschäftigten. Zudem ist die Umsatzgrenze im Automobilhandel, in dem weitgehend hochpreisige Produkte vertrieben werden, aus unserer Sicht unpassend. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Evaluierung auf Deutsch ist hier verfügbar.