Das Herbstgutachten zur Analyse und Prognose der wirtschaftlichen Lage in Deutschland wurde von der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, der zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute angehören, vorgelegt.
Die Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,4 Prozent, im Jahr 2022 um 4,8 Prozent und im Jahr 2023 um 1,9 Prozent zulegen wird. Sie rechnen aber auch mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3 Prozent im laufenden Jahr, um 2,5 Prozent im Jahr 2022 und um 1,7 Prozent im Jahr 2023. Aufgrund der Zunahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts sei zu erwarten, dass die öffentliche Schuldenstandsquote von 71 Prozent im Jahr 2021 auf 67 Prozent im Jahr 2022 und 65 Prozent im Jahr 2023 abnimmt.
Grundlegend sei festzustellen, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland weiterhin von der Corona-Pandemie gekennzeichnet ist. Die neuen Corona-Infektionswellen im Winterhalbjahr 2020/2021 hatten die wirtschaftliche Erholung verzögert. Seit dem Abnehmen des Infektionsgeschehens im Frühjahr steigt das Bruttoinlandsprodukt nun wieder deutlich.
Wie auch in der Automobilindustrie, behindern die Lieferengpässe bei Vorprodukten die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Aus diesem Grund konnten bisher nur die konsumnahen Dienstleistungsbranchen wirtschaftlich zulegen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute gehen jedoch davon aus, dass auch im kommenden Winterhalbjahr das Infektionsgeschehen zumindest nicht komplett verschwinden wird und daher die Leistung im Dienstleistungsgewerbe unter dem sonst üblichen Niveau bleiben wird. Die Lieferengpässe werden auch erst einmal weiter die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe belasten. Somit wird die wirtschaftliche Erholung weiterhin eingebremst.
In der Pressemitteilung wird erklärt, dass im kommenden Jahr die Beeinträchtigungen durch die Pandemie und die Lieferengpässe nach Einschätzung der Institute allmählich überwunden werden, sodass die Normalauslastung wieder erreicht wird. Allerdings führen die Herausforderungen des Klimawandels und das demografisch bedingt absehbar niedrigere Wirtschaftswachstum zu geringeren Konsummöglichkeiten, so Oliver Holtemöller, Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Die Langfassung der abgegebenen Gemeinschaftsdiagnose kann hier abgerufen werden:

https://gemeinschaftsdiagnose.de/wp-content/uploads/2021/10/GDH2021_Druckfahne_2_Gesamtdokument.pdf