Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Luftgüteleitlinien vorgelegt. Sie werden von Gesetzgebern weltweit als Referenz für die Entwicklung verbindlicher Grenzwerte herangezogen, so auch von der Europäischen Union. Die neuen Richtwerte sehen teilweise erhebliche Verschärfungen gegenüber den geltenden WHO-Richtwerten und vor allem bei sämtlichen Richtwerten erhebliche Abweichungen gegenüber den EU-Grenzwerten vor. Der geltende EU-Grenzwert für Feinstaub (PM 2,5) ist beispielsweise fünf Mal so hoch wie der neue WHO-Richtwert. Die EU-Kommission will im 3. Quartal 2022 einen Vorschlag zur Überarbeitung der Luftqualitätsrichtlinien 2008/50/EG und 2004/107/EG vorlegen. Ziel der europäischen Umweltpolitik ist seit Längerem die Angleichung der europäischen Grenzwerte an die WHO-Richtwerte. Insofern sind die neuen WHO-Leitlinien von erheblicher Relevanz für die bevorstehende Revision. Die Entwicklungen können erhebliche Auswirkungen auf die Luftreinhaltepolitik auch in Deutschland haben. Momentan werden die aktuellen Grenzwerte beispielsweise bei Stickoxiden an vielen Messpunkten gerade so eingehalten, u.a. am Stuttgarter Neckartor.