Nach dem starken Einbruch des Mineralölabsatzes in Deutschland im August zeigte sich im September zumindest bei den Kraftstoffen eine freundlichere Tendenz. Das zeigen die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlichten amtlichen Daten für diesen Monat. Insgesamt verringerte sich der Absatz aller Mineralölprodukte gegenüber dem September 2019 um über elf Prozent.
Bei den Kraftstoffabsätzen fiel, auch im Vergleich zum Vormonat August, das Minus deutlich geringer aus. Mit knapp 1,5 Millionen Tonnen lag der September-Absatz von Ottokraftstoff um 2,5 Prozent unter dem Niveau von September 2019 (im August hatte das Minus noch 9,1 Prozent betragen).
Der Dieselabsatz erreichte im September einen Wert von 3,1 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von nur noch 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht (die BAFA-Augustdaten hatten noch ein Minus von 8,9 Prozent gezeigt). Es wurde im September nach den Sommerferien wieder mehr transportiert. Glaubt man anderen Quellen, fiel die Lkw-Fahrleistung sogar höher aus als im Vorjahr.

Dennoch: Der deutschen Tankstellenbranche fehlen über die ersten drei Quartale gesehen mehr als zehn Prozent des Ottokraftstoffabsatzes und – unterstellt, der Tankstellenanteil am gesamten Dieselabsatz ist auch in der Corona-Zeit gleich geblieben – fast acht Prozent des Dieselabsatzes. Diese Rückgänge werden im Rest des Jahres natürlich nicht mehr aufzuholen sein. Experten kalkulieren unter Einberechnung vorgezogener Tankungen im Dezember, mit einem Gesamtrückgang von sechs bis sieben Prozent über beide Sorten im deutschen Tankstellenmarkt.
Das ist nicht nur im Vergleich zu unseren Nachbarländern, in denen die Tankstellen teilweise durch wesentlich härtere Lockdowns auch erheblich höhere Rückgänge erleiden, sondern auch zu anderen Mineralölsparten noch als halbwegs erträglich zu bewerten – man sehe sich nur die Rückgänge beim Flugtreibstoff an.
Wie sich der „Lockdown-light“ seit Anfang November auswirkt, werden offizielle BAFA-Zahlen uns erst im nächsten Jahr zeigen. Von einer großen Mineralölgesellschaft wissen wir bereits, dass der Absatz ihres Netzes im November 2020 um 13 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.
(TS 055/Julia Cabanis)