Ausgelistet erhalten Sie aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Verordnung (EU) Nr. 517/2014 auf die Preise des Kältemittels R134a, zum Referentenentwurf des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) eines Gesetzes zur Bekämpfung des illegalen Handels mit fluorierten Treibhausgasen, zu Polymerisations-Reaktionen beim Befüllen von Klimaservicegeräten mit dem Kältemittel R1234yf und zur Überarbeitung des Handbuchs zur Sachkundeschulung für Kraftfahrzeug-Klimaanlagen.
1. Auswirkungen der Verordnung (EU) Nr. 517/2014 auf die Preise des Kältemittels R134a
Im kommenden Jahr greift die nächste Stufe der verpflichtenden Reduzierung des Verbrauchs von fluorierten Treibhausgasen (F-Gase) in der Europäischen Union („Phase-Down-Zeitplan“). Dadurch wird auch die Menge des in Verkehr gebrachten Kältemittels R134a weiter reduziert (von bisher 63 Prozent auf 45 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt im Zeitraum der Jahre 2009 bis 2012). Es muss daher davon ausgegangen werden, dass durch die Reduzierung die Beschaffungspreise für das Kältemittel R134a auch im Jahr 2021 trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie oder der illegalen Kältemittelimporte (Punkt 2: „BMU-Referentenentwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des illegalen Handels mit fluorierten Treibhausgasen“) wieder steigen können. Aus diesem Grund empfehlen wir Kfz-Betrieben, die Preisentwicklung von R134a auch weiterhin kritisch zu beobachten und gegebenenfalls die Lagermengen entsprechend anzupassen.

2. Aktueller Stand zum BMU-Referentenentwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des illegalen Handels mit fluorierten Treibhausgasen
Der ZDK hat dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zu der geplanten Verordnung zur Bekämpfung des illegalen Handels mit fluorierten Treibhausgasen am 8. Juli 2020 eine mit den Landesverbänden abgestimmte Stellungnahme übermittelt, insbesondere mit dem Ziel, unnötige Dokumentationspflichten für Kfz-Betriebe zu vermeiden. Das schriftliche Anhörungsverfahren mit den Ländern sowie den Verbänden und beteiligten Kreisen ist bislang allerdings noch nicht abgeschlossen, da ein Ministerium bislang der Veröffentlichung des Gesetzes widersprochen hat. Sobald uns vom BMU Informationen über den weiteren Verlauf vorliegen, werden Sie dementsprechend informieren.
3. Polymerisations-Reaktionen beim Befüllen von Klimaservicegeräten mit dem Kältemittel R1234yf
Unser Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat in jüngster Vergangenheit Mitteilungen über Klimaservicegeräte für das Kältemittel R1234yf erhalten, die beim Befüllen mit Frischwarenflaschen durch unerwünschte Polymerisations-Reaktionen in Einzelfällen zerstört wurden. Obwohl derzeit die genauen Umstände dieser Polymerisierung noch nicht vollständig erforscht sind, treten die Reaktionen beim Prozess des Umfüllens in das Klimaservicegerät auf und dies unter ungünstigen Bedingungen (insbesondere Feuchtigkeit und hohe Temperaturen). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die chemischen Reaktionen bereits vor dem Umfüllen stattgefunden hat, die allerdings erst beim Umfüllen und Entspannen des Kältemittels sichtbar wird. Nach heutigem Kenntnisstand sind Schäden an Klimaservicegeräten mit Polymerisat irreparabel, so dass Kfz-Betriebe von Reparaturversuchen auf jeden Fall absehen sollten. Kontaminierte Kältemittelflaschen und defekte Klimaservicegeräte sollten aufbewahrt werden, bis die Untersuchungen zur Ursachenanalyse abgeschlossen sind. Wir werden nach Abschluss der laufenden Ursachenanalysen darüber informieren, gegen welche Stellen gegebenenfalls Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können.
Unabhängig von einer möglichen Polymerisations-Reaktion – bei der keine besonderen Gefahren zu erwarten sind – empfehlen wir unbedingt, dass Kfz-Betriebe bei jedem Klimaservice für gute Belüftung/Absaugung am Arbeitsplatz/im Arbeitsbereich sorgen, kältebeständige Schutzhandschuhe (nach DIN EN 374/DIN EN 511) und Schutzbrille (nach DIN EN 166) sowie geeignete Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe tragen. Frischwarenflaschen mit dem Kältemittel R1234yf sollten auf jeden Fall bei der Lagerung keinen hohen Temperaturen (T << 50 °C) ausgesetzt werden.
4. Überarbeitung des Handbuchs „Kraftfahrzeug-Klimaanlagen – Sachkundeschulungen gemäß Chemikalien-Klimaschutzverordnung in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 307/2008“
Der Arbeitskreis „Sachkundeschulung für Klimaanlagen“, der aus Vertretern von VDA, VDIK, TAK und ZDK zusammengesetzt ist, hat in den vergangenen zwei Jahren das Schulungskonzept „Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen – Sachkunde-Schulung“ angepasst und ergänzt. Dabei wurden unter anderem Inhalte zur europäischen und nationalen Gesetzgebung, zur Funktionsweise von Kraftfahrzeug-Klimaanlagen sowie zur Diagnose und Wartung von Kraftfahrzeug-Klimaanlagen aktualisiert und angepasst. Das Handbuch kann ab sofort bei der Akademie des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes GmbH (TAK) bestellt werden (Ansprechpartnerin Frau Anna Vetter, Telefon 0228 9127-145, E-Mail vetter@tak.de). Der Versand der neuen Handbücher erfolgt ab Januar 2021.
(061-00/Bernd Schalud)