Wo kaufen die Deutschen Autos am liebsten? Im aktuellen „Digital Life Index-Report“ des Beratungsunternehmens Publicis Sapient steht es: Kunden bevorzugen immer noch den Händler vor Ort. Die Studie wird weltweit durchgeführt und untersucht regelmäßig die Veränderungen der Ansprüche von Verbrauchern hinsichtlich der Themenfelder Mobilität und Energie.
Auch wenn die Digitalisierung in den vergangenen Jahren ein großes Thema ist: Ihren Vertragsabschluss machen die Kunden lieber beim Händler statt online: 86 Prozent machen ihn vor Ort. Das gilt auch für den Verkauf bzw. die Inzahlunggabe des Altfahrzeugs. Auch an anderen Stationen der Customer Journey hat der stationäre Handel die Nase vorn. So etwa bei der Beratung durch einen Autoexperten den 89 Prozent der Kunden persönlich aufsuchen. Bei der Fahrzeugkonfiguration ist der Anteil mit 72 Prozent niedriger. Eine Testfahrt vereinbaren 84 Prozent direkt beim Händler, ebenso viele schauen bei der Finanzierung dem Verhandlungspartner direkt in die Augen. Letzteres trifft zu 83 Prozent auch auf Preisverhandlung und Fahrzeugauslieferung zu.
Internet ist für Informationssuche sehr wichtig, aber eine Minderheit kauft online
81 Prozent der Befragten nutzen das Internet überhaupt beim Autokauf. Wie frühere Studien zeigten, ist das Internet besonders zu Beginn der Customer Journey wichtig. 42 Prozent der Internetnutzer verwenden es als Informationsquelle, um sich über Fahrzeugtypen, Marken, oder Technologien zu informieren. 49 Prozent nutzen es zum Fahrzeugvergleich, wovon 57 Prozent dafür explizit auf das Internet verwiesen statt des klassischen Handels, den 43 Prozent bevorzugen. Zum Kaufvertrag oder Kaufvertrag online kommt es bei lediglich zwölf Prozent.
Befragt, welchen Verkaufskanal sie insgesamt bevorzugen, antworten 62 Prozent beim stationären Handel mit „ja“. Den zweiten Platz belegte mit 18 Prozent der Online-Kauf direkt beim Hersteller, auf Platz drei folgt mit zwölf Prozent der Online-Kauf beim Händler. Weniger beliebt: Online-Marktplätze und Showrooms der Hersteller mit drei und vier Prozent.
Probesitzen und probefahren wichtig für Kunden
Was kann man online nicht machen? Eine Probefahrt! 45 Prozent der deutschen Kunden wollen nicht die Katze im Sack kaufen und sprechen sich genau deshalb gegen einen reinen Online-Kauf aus. 34 Prozent ist das Besprechen von Verträgen mit einem Menschen, dem sie direkt Fragen stellen können wichtig. Bei einem Drittel überwiegt Unwohlsein dabei, eine so große Anschaffung online zu machen. Für 78 Prozent ist es wichtig, ein Fahrzeug zu kaufen oder zu finanzieren. Leasing und Auto-Abo bevorzugen nur zwölf und elf Prozent.
Welches Auto wollen deutsche Kunden fahren? Die Befragung zeigte einen Trend zu umweltfreundlicheren und kraftstoffeffizienteren Fahrzeugen. 44 Prozent der Befragten gaben an, das nächste Auto sei wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich oder definitiv ein Auto mit Hybrid-Antrieb. 40 Prozent gaben reine E-Autos an, die allerdings mit Skepsis in Bezug auf Reichweite der Batterien (52 Prozent) und Preise (46 Prozent) verbunden sind. Sehr groß ist der Anteil der Kunden, die erwarten, dass ihre Fahrzeuge über Connectivity-Features verfügen: 93 Prozent. Dafür ist die Hälfte der Befragten bereit, tiefer in die Tasche zu greifen.
Ergebnisse der Studie finden Sie unter diesem Link:
https://thedigitallifeindex.publicissapient.com/
(793-17/Steffen Kraus)