Der Rechtsstreit zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Land Baden-Württemberg um die Luftreinhaltung in Stuttgart ist beendet. Die DUH hat ihren Vollstreckungsantrag vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart für erledigt erklärt und damit die Erfolge des Landes bei der Luftreinhaltung anerkannt. Das Land hat daraufhin seine Vollstreckungsabwehrklage beim Verwaltungsgericht zurückgenommen, über die aktuell hätte verhandelt werden sollen.
Landesverkehrsminister Winfried Hermann erklärte dazu, dass es nach vielen Jahren und vielfältigen Anstrengungen gelungen sei, die Luft in Stuttgart sauberer zu machen. Man habe die Probleme mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel gelöst. Die Messwerte hätten sich positiv entwickelt und die Gutachten belegen, dass 2021 erstmals an allen Messstationen in Stuttgart auch der Grenzwert für den Jahresmittelwert von Stickstoffdioxid mit 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m³) eingehalten werden konnte. Das Ende des Rechtsstreits zeige auch nach Aussage des stellvertretenden Ministerpräsidenten, Innenminister Thomas Strobl, dass man auf dem richtigen Weg sei und man das Ziel erreicht habe und das nicht nur mit Verboten, sondern auch mit Hochtechnologie.
Lange Zeit war das Neckartor in Stuttgart trauriger Spitzenreiter mit besonders hohen Werten von bis zu 121 μg/m³ Luft im Jahr 2006. 2018 lag der Wert noch bei 71 μg/m3, 2019 bei 53 μg/m3 und im Jahr 2020 wurde mit 38 μg/m3 Stickstoffdioxid (NO2) im Jahresmittel zum ersten Mal der Grenzwert eingehalten. Der aktuelle Mittelwert der Monate Januar bis Oktober beträgt 35 μg/m³, so dass auch in diesem Jahr der Grenzwert am Neckartor in Stuttgart eingehalten wird. Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich auch an der Prag- und an der Talstraße. Zudem wird mit der Eröffnung des Rosensteintunnels Anfang 2022 die Pragstraße in diesem Bereich deutlich entlastet, so dass die NO2-Konzentrationen dort nochmals deutlich abnehmen werden.