Der standardisierte Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen ist eine entscheidende Voraussetzung, damit alle Betriebe wettbewerbsfähig bleiben und den Kunden angemessene Dienstleistungen anbieten können. Wir möchten Sie daher über wichtige Entwicklungen in diesem Bereich informieren.
Eine Anpassung des Anhang X der Typgenehmigungsverordnung (EU) 2018/858, die am 30. Juli 2021 im EU-Amtsblatt veröffentlicht wurde, bringt für das Kfz-Gewerbe bedeutsame Änderungen. Alle Fahrzeughersteller müssen demnach den diskriminierungsfreien Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen auf ihren Webseiten für alle Marktteilnehmer bereitstellen.
Um auf diese Informationen zugreifen zu können, müssen Kfz-Betriebe eine erweiterte Registrierung beim Fahrzeughersteller eingehen. Um diesen Prozess zu vereinheitlichen, wurde deshalb auf europäischer Ebene das „SERMI-Schema“ etabliert. Dieses beschreibt den ungehinderten Zugang zu den relevanten Fahrzeuginformationen durch ein akkreditiertes Verfahren.
Das bedeutet, dass künftig voraussichtlich jede Kfz-Werkstatt – egal ob fabrikatsgebunden oder frei – nur noch über dieses Verfahren auf die sicherheits- und diebstahlrelevanten Herstellerinformationen wird zugreifen können. Andererseits vereinfacht dies auch vieles, weil mit nur einer einzigen Registrierung und dem einmaligen Nachweis der erforderlichen Voraussetzungen (beispielsweise hinsichtlich der Zuverlässigkeit) auf die Herstellerinformationen zugegriffen werden kann; eine Registrierung bei jedem einzelnen Hersteller entfällt dann.
Vor diesem Hintergrund hat der Bundesinnungsverband (BIV) am 12. Oktober 2021 bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) den Antrag auf Akkreditierung als Konformitätsbewertungsstelle/Inspektionsstelle SERMA nach DIN EN ISO/IEC 17020 Typ A mit dem Geltungsbereich „SERMI-Schema“ gestellt, damit die Verbandsorganisation künftig allen Kfz-Betrieben mit Werkstatt diese wichtige Dienstleistung zur Verfügung stellen kann. Spätestens ab Mitte 2023 bekommen Betriebe ohne Autorisierung keinen Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen über die Portale der Fahrzeughersteller und auch keine OBD-Informationen über deren Diagnosesysteme.
Wesentliche Fragen und Antworten zum „SERMI-Schema“ und der Akkreditierung der SERMA sind in einem Fragen- und Antwortenkatalog des ZDK zu diesem Thema zusammengefasst. Der FAQ-Katalog kann auf www.kfz-bw.de unter Mitglieder / Unser Service für Mitglieder / Downloads / Monatsdienst heruntergeladen werden.
Weitere Informationen finden Sie auch unter der neuen Webseite www.serma.eu, die ab sofort online ist. Das Informationsportal zur SERMA-Akkreditierung umfasst den Fragen- und Antwortkatalog, der laufend aktualisiert und erweitert wird. Aktuell werden rund 20 Fragen wie etwa zur Typgenehmigungsverordnung, zur Akkreditierung nach dem SERMI-Schema, zu den Auswirkungen für Betriebe und zu politischen Aspekten des Themas beantwortet. In Zukunft können sich Betriebe über die Webseite auch für die Autorisierung und Zulassung anmelden und die nötigen Unterlagen einreichen.