3.143 Handwerkerinnen und Handwerker haben im vergangenen Jahr ihre Meisterprüfung erfolgreich abgelegt – nahezu genauso viele wie im Jahr zuvor (+0,4 Prozent). Trotz der konstanten Zahlen bleibt der Bedarf hoch. Rund 23.000 Handwerksbetriebe im Land suchen in den kommenden fünf Jahren eine Nachfolge. Gleichzeitig entscheiden sich viele Meisterinnen und Meister für eine Karriere in abhängiger Beschäftigung. Auch dort sind qualifizierte Fachkräfte gefragt – für das Handwerk entsteht dadurch eine doppelte Herausforderung.
Um mehr Gründungen zu ermöglichen, sieht das Handwerk auch die Politik in der Verantwortung. Weniger Bürokratie für Unternehmerinnen und Unternehmer sowie eine auf vier Jahre verlängerte Antragsfrist für die Meistergründungsprämie könnten zusätzliche Impulse für Betriebsübernahmen und Neugründungen setzen. Des Weiteren muss die Meisterprämie dringend erhöht werden. In Bayern beträgt die Meisterprämie 3.000 Euro, in Niedersachsen sogar 4.000. Das ist der Maßstab. Baden-Württemberg darf beim Handwerksnachwuchs mit 1.500 Euro nicht zum Schlusslicht werden.
Bei den Gewerken führen weiterhin die klassischen technischen Berufe das Ranking an. Auf Platz eins liegt unser Kfz-Technikerhandwerk mit 483 bestandenen Prüfungen, gefolgt von Elektrotechnik (377) und dem Installateur- und Heizungsbauerhandwerk (246). Während Männer besonders häufig im Kfz-Handwerk vertreten sind (473 Prüfungen), dominieren bei den Frauen weiterhin die Friseurinnen mit 154 bestandenen Meisterprüfungen.
Neben dem Meistertitel haben 2.542 Handwerkerinnen und Handwerker im Jahr 2025 eine Fortbildungsprüfung abgeschlossen. Dazu zählen beispielsweise Abschlüsse zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung, Ausbildereignungsprüfungen oder eine Fortbildung zum Gebäudeenergieberater.