Der Verbraucher zwischen hohen Kraftstoffpreisen und anstehender Förderprämie
Die gesamtwirtschaftliche Situation mit vielen Firmeninsolvenzen, Entlassungen, hohen Kraftstoffpreisen und einer ungewissen Weltlage betrifft viele Endverbraucher. Direkt oder indirekt – das macht sich sehr oft dann bemerkbar, wenn es um größere Anschaffungen wie den Autokauf geht.
Der Bedarf an individueller Mobilität ist nach wie vor sehr hoch, und so wurden für das aktuelle DAT Barometer diejenigen Privatpersonen befragt, die sich gerade im Autokaufprozess befinden. Ein besonderer Fokus lag hierbei auf der im Januar 2026 vorgestellten E-Auto-Prämie der Bundesregierung. Sie gilt für private Neuwagenkäufer, beinhaltet eine soziale Staffelung und kann voraussichtlich im Mai 2026 online beantragt werden.
Ein erstes Fazit aus den repräsentativ erhobenen Zahlen ist: In den ersten Monaten dieses Jahres hat die Prämie bei der Mehrheit der Autokaufplaner nicht zu vermehrten tatsächlichen BEV-Kaufaktivitäten geführt, sondern die Menschen warten ab, bis die Prämie beantragt werden kann.
Die Beschäftigung mit E-Mobilität ist aber zweifelsohne gewachsen: Die Hälfte aller Personen, die einen Neuwagenkauf geplant haben, beschäftigten sich intensiver als bisher mit E-Mobilität. Wegen der hohen Kraftstoffpreise waren es sogar knapp 60 Prozent.
Interessant in diesem Kontext ist: Die BEV-Zulassungszahlen stiegen laut KBA. Aber nicht nur die privaten Neuzulassungen, sondern auch die BEV-Besitzumschreibungen. Von Januar bis März wurden rund 77.000 BEV-Besitzumschreibungen gezählt, mehr als private BEV-Neuzulassungen. Und das, obwohl für BEV-Besitzumschreibungen keine Prämie geplant ist.
Offenheit für Elektromobilität vorhanden – vor allem bei Neuwagenkaufplanern:
Wer sich momentan im Prozess des Autokaufs befindet und nach seiner Meinung zur Elektromobilität gefragt wird, der hat je nach Kaufabsicht eine relativ klare Haltung: Steht der Kauf eines Neuwagens an, rückt der rein batterieelektrische Antrieb in den Fokus der Menschen. Etwas über 40 Prozent können sich ein BEV vorstellen.
Steht dagegen ein Gebrauchtwagenkauf an, „passt häufig E-Mobilität noch nicht“ – so die Aussage von etwas über der Hälfte der Gebrauchtwagenkaufplaner. Die Anzahl derer, die Elektromobilität generell ablehnen, liegt bei Gebrauchtwagenkaufplanern mit 31 Prozent in etwa doppelt so hoch wie bei Neuwagenkaufplanern.
E-Prämie zeigt weniger Auswirkungen auf den Autokaufplan als hohe Kraftstoffpreise:
Etwa die Hälfte aller Autokaufplaner beurteilt derzeit die Kaufentscheidung bezogen auf die Antriebsart insgesamt als schwierig.
In diesem Kontext relevant sind die besonders hohen Kraftstoffpreise. Sie haben bei knapp 60 Prozent der Neu- und bei etwas über 40 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner für eine intensivere Beschäftigung mit Elektromobilität als bisher geführt.
Etwas geringerer ist die Ausprägung bei der anstehenden E-Auto-Prämie zu beobachten, die voraussichtlich ab Mai beantragt werden kann. Diese hat bei 50 Prozent der Neuwagen- und 38 Prozent der Gebrauchtwagenkaufplaner zu einer intensiveren Beschäftigung mit E-Mobilität geführt.
Es gibt kritische und positive Stimmen zur Förderprämie:
80 Prozent aller Autokaufplaner konnten der Förderprämie mindestens einen positiven Aspekt abgewinnen, 75 Prozent nannten mindestens einen kritischen.
Der am häufigsten genannte positive Punkt war die soziale Komponente, gefolgt von der Aussage, die Prämie mache BEV finanziell attraktiv. „Treibt Technologiewandel voran“ und „fördert den Umweltschutz“ wurden dagegen etwas seltener genannt.
Der häufigste Kritikpunkt war, dass keine Gebrauchtwagen gefördert werden, dicht gefolgt davon, dass hohe staatliche Mittel für eine kleine Käufergruppe (private BEV-NW-Käufer) eingesetzt werden. Mit etwas Abstand folgten die verpasste Chance, Ladestrom zu vergünstigen, und die befürchtete komplexe Beantragung.
Förderprämie führt kaum zu vorgezogenen Käufen:
Die staatliche Förderprämie für BEV und PHEV wurde im Januar 2026 angekündigt, sie gilt für Pkw, die ab 1.1.2026 neu gekauft wurden oder werden. Die Prämie kann allerdings voraussichtlich erst im Mai 2026 beantragt werden und gilt dann rückwirkend für vorher getätigte Käufe.
Welche Auswirkungen hat dies auf die Autokaufplaner? Die Mehrheit hat sich entschieden, nicht vorab zu kaufen und rückwirkend die Prämie zu beantragen, sondern abzuwarten, bis die Prämie tatsächlich beantragt werden kann. Nur etwa jeder fünfte Autokaufplaner, egal ob dieser einen BEV oder eine andere Antriebsart in Erwägung zieht, hat bereits vor der Beantragung sein Fahrzeug bestellt oder erworben.
BEV-Zulassungen steigen deutlich – auch bei Gebrauchtwagen:
Die März-Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen, dass sich Elektromobilität im privaten und gewerblichen Umfeld weiter fortsetzt. Für gewerbliche Zulassungen bleibt die 0,25 Prozent-Versteuerung ein wichtiger Anreiz.
Die deutlich gestiegenen Besitzumschreibungen von rein batterieelektrischen Pkw auf über 33.000 Einheiten im März zeigen, dass diese Antriebsart ohne eine Förderprämie ihren Weg in den Markt gefunden hat. Und: Diese gebrauchten BEV werden von Endverbrauchern erneut stärker nachgefragt als neue BEV. Die privaten BEV-Neuzulassungen sind ebenfalls angestiegen. Aus dem DAT Barometer geht hervor, dass dies allerdings nur bei jedem fünften Autokaufplaner auf die E-Prämie zurückzuführen ist.
Die ausführliche Darstellung der einzelnen Themen findet sich unter DAT-Barometer im April 2026.