Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse ihrer Evaluierung der Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (Kfz-GVO = MVBER) und der ergänzenden Leitlinien veröffentlicht. Das Ergebnis ist für das Kfz-Gewerbe ein wichtiger Erfolg: Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass sich die Kfz-GVO bewährt hat, ihre Ziele weiterhin erfüllt und auch künftig eine wichtige Grundlage für einen funktionierenden Wettbewerb im automobilen Aftermarket darstellt.
Dieses Ergebnis ist keineswegs selbstverständlich. In den vergangenen Monaten und Jahren haben sich der ZDK, die Landesverbände sowie zahlreiche Experten aus den Innungen und Betrieben intensiv in den Evaluierungsprozess eingebracht. Durch Stellungnahmen, Fachgespräche und den kontinuierlichen Austausch mit der Europäischen Kommission sowie unseren europäischen Partnerverbänden konnte deutlich gemacht werden, welche Bedeutung die Kfz-GVO für den Wettbewerb, die Verbraucher und die mittelständischen Kfz-Betriebe hat.
Sicherung des Wettbewerbs
Unser gemeinsamer Input hat dazu beigetragen, dass die Kommission die praktischen Herausforderungen des freien Marktes umfassend berücksichtigt hat. Besonders erfreulich ist, dass die Evaluierung ausdrücklich bestätigt, dass die Kfz-GVO und die ergänzenden Leitlinien weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Wettbewerbs zwischen herstellergebundenen und unabhängigen Marktteilnehmern leisten.
Herausforderungen der Branche klar benannt
Ebenso wichtig ist, dass die Kommission die Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung und Elektrifizierung klar benennt. Insbesondere die Schwierigkeiten unabhängiger Marktteilnehmer beim Zugang zu technischen Informationen, Software und fahrzeuggenerierten Daten werden ausdrücklich hervorgehoben. Damit greift die Kommission zentrale Argumente auf, die der ZDK und seine Mitgliedsorganisationen im Rahmen des Evaluierungsverfahrens immer wieder vorgebracht haben.
Grundlage für Ausgestaltung einer neuen Kfz-GVO
Die Veröffentlichung markiert jedoch keinen Abschluss, sondern den Beginn der nächsten Phase. Die Evaluierung bildet die Grundlage für die zukünftige Ausgestaltung der Kfz-GVO. Der ZDK wird den weiteren politischen Prozess auf europäischer Ebene aktiv begleiten und sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen, Diagnosedaten, Softwarefunktionen und Fahrzeugdaten auch künftig diskriminierungsfrei gewährleistet wird.
An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei allen bedanken, die durch ihre fachliche Expertise, ihre Praxisbeispiele und ihre engagierte Mitarbeit zum Erfolg dieses Evaluierungsprozesses beigetragen haben. Die jetzige Bewertung der Europäischen Kommission zeigt, dass fundierte Argumente und ein geschlossenes Auftreten des Kfz-Gewerbes auf europäischer Ebene Wirkung entfalten.
Über die weiteren Entwicklungen und die anstehenden politischen Beratungen werden wir Sie selbstverständlich fortlaufend informieren.