Das Jahr 2026 beginnt mit zurückhaltenden Verkaufszahlen. Sieben Prozent weniger Neuzulassungen und elf
Prozent weniger Besitzumschreibungen als im Januar 2025. Klar, der Januar ist per se ein eher ruhiger Monat,
in dem auch noch einige Bestellungen aus dem Vorjahr abgearbeitet und ausgeliefert werden.
Aber der verhaltene Start könnte auch andere Gründe haben. Die gesamtwirtschaftliche Situation ist nach
wie vor schwach. Und die E-Auto-Förderprämie, die erst ab Mai beantragt werden kann, könnte die
Menschen abwarten lassen.
Apropos abwarten: Die Zahlen des aktuellen DAT Reports, aus dem einige Inhalte hier präsentiert werden,
verdeutlichen ebenfalls dieses Verhalten. Dazu gehört das Spannungsfeld von Mobilitätsbedarf, hohen
Kosten und Kaufzurückhaltung bei E-Autos. Viele Menschen bewegen sich zwar in Richtung E-Mobilität, aber
weiterhin langsam. Einen Umstieg können sich 40 Prozent der Pkw-Halter vorstellen, deutlich mehr werden
es, wenn man bereits selbst einmal ein E-Auto gefahren ist.
Bereits umgestiegen sind im vergangenen Jahr über 400.000 Privatpersonen. Sie schätzen sehr die ruhige
Fahrt und zeigen sich begeistert von der Technologie.
Umgestiegen sind übrigens mehr Personen in Form eines gebrauchten als eines neuen E-Autos. Speziell die
Akzeptanz gebrauchter E-Autos hängt eng mit privaten Lademöglichkeiten und einheitlich niedrigem
Ladestrom zusammen. Bedenken bleiben aber weiter bestehen, und manchmal sind es Aspekte fernab der
klassischen Hinderungsgründe wie Preis oder Ladeinfrastruktur. Der Wiederverkaufswert oder die Furcht vor
höheren Werkstattrechnungen, einem plötzlichen Akku-Brand oder dem Liegenbleiben auf der Straße – all
das ist noch in den Köpfen vieler Privatpersonen vorhanden.
Das eigene Auto zwischen Emotionen, Bedenken und Elektromobilität
Die Beziehung der Menschen zu ihrem Pkw lässt sich in drei Themenfelder gliedern, aus der sich zahlreiche
Erkenntnisse ableiten lassen.
1) Emotionen. 90 Prozent der Pkw-Halter bestätigten, ein eigenes Auto sei elementar, da es Freiheit und
Unabhängigkeit garantiere. 85 Prozent gaben an, ihnen würde Autofahren Spaß machen.
2) Bedenken. Knapp die Hälfte meint, individuelle Mobilität müsse sich ändern hin zu mehr Alternativen.
Und: Viele befürchten, sie können sich aufgrund der aktuellen Entwicklungen ihr eigenes Auto bald nicht
mehr leisten.
3) Elektromobilität: Drei Viertel der Halter fahren ihr bestehendes Auto weiter, um die Entwicklung der E-
Mobilität abzuwarten – und fast ebenso viele meinten, solange sie zuhause nicht laden können, käme ein
E-Auto nicht infrage.
Umstiegspläne vorhanden – mit stärkerer Tendenz bei den E-Erfahrenen
40 Prozent aller Pkw-Halter können sich vorstellen, vom Verbrenner auf ein E-Auto umzusteigen. Dies ist eine
leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte. Ein Drittel kann es sich dagegen nicht
vorstellen, etwas über 20 Prozent wussten es zum Zeitpunkt der Befragung (noch) nicht, und fünf Prozent der
privaten Pkw-Halter gaben an, bereits ein E-Auto zu besitzen. Fragt man nur diejenigen, die bereits ein E-Auto
gefahren sind (aktuell 30 Prozent aller Pkw-Halter), können sich immerhin 51 Prozent den Umstieg vorstellen.
17 Prozent lehnen das ab, 16 Prozent wussten es nicht und ebenso viele gaben an, bereits ein E-Auto zu
besitzen. Egal ob E-Erfahrung oder nicht: Konkrete Entscheidungen will die Mehrheit erst in drei bis fünf
Jahren treffen.
Manche Vorbehalte rund um E-Mobilität halten sich
Neben den klassischen Hinderungsgründen bei E-Mobilität wie Anschaffungspreise oder Ladeinfrastruktur
sind die Pkw Halter auch bei anderen Punkten weiter skeptisch. So zeigten sich 72 Prozent verunsichert, wenn
es um den Wiederverkaufswert eines E-Autos geht. Warum ist das so? In seinem Autofahrerleben hat ein
privater Halter im Schnitt sechs Pkw besessen, viele davon hat er vermutlich verkauft, in Zahlung gegeben
oder anderweitig veräußert. Diese Erfahrung basiert auf Verbrennern, nicht auf BEV. Ähnlich viele glauben,
dass Reparaturen an BEV teuer sein könnten. Etwa zwei Drittel aller Halter befürchten, sie könnten mit dem
E-Auto liegen bleiben – oder dieses könnte sich plötzlich entzünden.
Mehr E-Gebrauchtwagen als neue E-Autos
Die Anzahl der von privaten Haltern erworbenen neuen Elektroautos lag im vergangenen Jahr bei rund
195.000 Einheiten. Bei gebrauchten E-Autos waren es deutlich mehr: 232.000 Einheiten. Der Anstieg beider
Zahlen im Vergleich zum Vorjahr ist beachtlich. Bei Neuwagen waren es über 40, bei Gebrauchtwagen über
30 Prozent. Und dies ganz ohne Prämie. In ähnlichem Maße gestiegen sind auch die gewerblich zugelassenen
BEV. Sie erreichten im vergangenen Jahr 348.000 Einheiten. 2024 waren es noch 244.000 Pkw. Die Akzeptanz
vollelektrischer Fahrzeuge ist demnach insgesamt bei allen Haltergruppen gestiegen. Im Vergleich zu allen
privaten Neuzulassungen (972.000) beträgt der BEV-Anteil 20 Prozent. Unter allen Besitzumschreibungen
(6,51 Mio.) bleiben die 232.000 Pkw weiterhin überschaubar (vier Prozent).
Gemischte Gefühle bei BEV-Besitzern
Wer als privater Halter ein vollelektrisches Fahrzeug besitzt, verfügt im Schnitt bereits über 2,5 Jahre
Erfahrung mit diesem Pkw. Über 80 Prozent dieser Personengruppe schätzen die ruhige und leise Fahrt mit
ihrem E-Auto, und beinahe ebenso viele gaben sich begeistert von der Technologie. Neben diesen positiven
Aussagen gaben fast drei Viertel aller BEV-Besitzer an, dass die Witterung die Reichweite ihres Fahrzeugs
spürbar beeinflusse. Gut zwei Drittel gaben bei der Befragung zu Protokoll, dass sie die intransparente
Preisstruktur an den Ladesäulen ärgerlich finden. In diesem Kontext ist auffällig, dass die privaten E-Auto-
Käufer als Hauptgrund für ihren Kauf „kann zuhause laden“ angaben. Privates Laden ist für diese Zielgruppe
somit der wichtigste Aspekt.
Die ausführliche Darstellung der einzelnen Themen findet sich unter DAT-Barometer im Februar 2026.