Fuhrparks spüren wirtschaftliche Herausforderungen
Die Pkw-Neuzulassungen sind in Deutschland generell sehr stark von gewerblichen Zulassungen geprägt. Dazu gehören Zulassungen auf den Fahrzeugbau, den Fahrzeughandel, die Autovermieter und die Firmen-fuhrparks. Von allen gewerblichen Neuzulassungen vereinen die Firmenfuhrparks etwa die Hälfte auf sich. In der Regel bestehen Fuhrparks aus geleasten Fahrzeugen, d.h. nach durchschnittlich 36 Monaten werden diese Fahrzeuge getauscht und von der Leasinggesellschaft oder dem Händler auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkauft. Dies ist eine nicht zu verkennende Anzahl an Fahrzeugen, die im Gesamtmarkt lange erhalten bleiben.
Firmenfuhrparks waren in der Vergangenheit stets eine verlässliche Größe. Insgesamt wächst dieser Markt zur Zeit jedoch nur wenig, was mit Sicherheit auch damit zusammenhängt, dass mehr als ein Viertel der für das DAT Barometer befragten Fuhrparkleiter bestätigen, sie hätten aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation ihres Unternehmens die Fahrzeugbeschaffung reduziert bzw. eingeschränkt. Firmeninsolvenzen, der Abbau von Stellen oder die Verlagerung ins Ausland sorgen dafür, dass weniger Fahrzeuge auf Firmenfuhrparks in Deutschland zugelassen werden. Unter schwierigen wirtschaftlichen Vorzeichen sichern die Fuhrparks die Mobilität ihrer Mitarbeiter allerdings zunehmend rein batterieelektrisch. Anreize hierfür liegen in der Senkung des CO2-Abdruckes, aber auch in den steuerlichen Vergünstigungen. Neben dem Diesel hat sich das E-Auto als zweitwichtigster Antrieb in den Firmenflotten etabliert.
Trend der BEV-Zulassungen geht weiter nach oben
In den vergangenen zwei Jahren ist die Anzahl der gewerblichen und privaten BEV-Neuzulassungen zunehmend angestiegen. Der Hochlauf der Elektromobilität läuft allerdings nicht exponentiell nach oben, sondern gleicht eher (mit Unebenheiten) einem leichten Aufwärtstrend. Bezogen auf die Stückzahlen liegen die gewerblichen Zulassungen weiterhin deutlich über den privaten. Die Verteilung ist mittlerweile nahezu identisch mit allen Neuzulassungen, d.h. zwei Drittel sind gewerblich, ein Drittel privat.
Anteil der elektrifizierten Antriebe in den Fuhrparks steigt
Bei der Befragung der Fuhrparkleiter für das DAT Barometer wurde deutlich, dass Pkw mit Dieselantrieb in den Firmenflotten weiterhin den größten Anteil aufweisen. Dieser ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozentpunkte auf 48 Prozent gefallen. Vor wenigen Jahren lag der Dieselanteil in den Flotten noch bei über 60 Prozent. Der Anteil der Benziner ist mit 14 Prozent identisch zum Vorjahr geblieben, deutlich zugenommen haben die Pkw mit elektrifizierten Antrieben: BEV stiegen in den vergangenen Jahren von neun auf derzeit 23 Prozent, PHEV sind im einstelligen Bereich auf aktuell neun Prozent gestiegen. Die restlichen Antriebsarten, zu denen die Voll- und Mildhybridantriebe zählen, haben sich von zwei auf sechs Prozent verdreifacht.
CO2-Bilanz und steuerliche Vorteile treiben die BEV-Anschaffung voran:
Gefragt nach den Hauptgründen für den Einsatz rein batterieelektrischer Pkw im Fuhrpark, gaben 70 Prozent der Fuhrparkleiter an, dass sie dadurch ihre CO2-Bilanz verbessern können. In vielen Fuhrparks ist entweder eine bestimmte E-Auto-Quote vorgeschrieben, oder der gesamte Fuhrpark (so etwa bei manchen kommunalen Fuhrparks) ist per Gesetz auf 100 Prozent BEV-Anteil vorgeschrieben. Eine ähnliche Bedeutung wie der CO2-Abdruck haben die steuerlichen Rahmenbedingungen, da der Dienstwagenfahrer nur 0,25 Prozent des BEV-Listenneupreises versteuern muss. Dies geht einher mit der Antwort „Anfragen von Dienstwagenfahrern“, was 50 Prozent der Fuhrparkleiter nannten. TCO-Vorteile (Total Cost of Ownership), d. h. niedrigere laufende Kosten, wurden von knapp 40 Prozent als Grund angegeben.
Gemischtes Bild bei Erfahrungen mit BEV in den Werkstätten:
Gefragt nach den Erfahrungen mit rein batterieelektrischen Pkw in der Flotte waren 54 Prozent der Meinung, sie hätten weniger Aufwand bei Wartungs- und/oder Reparaturarbeiten. Wichtig zu erwähnen in diesem Kontext ist, dass jeder Fünfte angab, er wüsste das nicht. Noch geringe Stückzahlen könnten ein Grund hierfür sein – auch was z.B. die Kosten von Unfallreparaturen bei BEV betrifft. Hierzu konnten 35 Prozent keine Angaben machen, weil sicherlich die Unfallzahlen von BEV in den Flotten derzeit noch geringer sind als die von Verbrennern. Einig waren sich 42 Prozent der Befragten, dass ihre Dienstwagenfahrer in der Lage sind, sämtliche Strecken rein elektrisch zurückzulegen – ein Anstieg um fast zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Stabil geblieben ist die Aussage von 28 Prozent, dass sie Dienstwagenberechtigte haben, die wieder zum Verbrenner zurückkehren möchten.
Hoffnung auf Arbeitserleichterung durch Telematik:
Telematikdaten sind sogenannte dynamische Daten, die von den Fahrzeugen u. a. an den Hersteller gesendet werden. Dazu gehören zum Beispiel Standortdaten der Pkw, Kilometerstände oder auch Informationen rund um Servicebedarfe sowie Füll-/Ladestände. Aus diesen Daten lassen sich bei der Steuerung von Fuhrparks wichtige Erkenntnisse ableiten. 70 Prozent der befragten Fuhrparkleiter denken, dass Telematikdaten ihr Arbeitsleben erleichtern. Bereits im Einsatz bei der Fuhrparksteuerung sind solche Daten dagegen erst bei 27 Prozent der Befragten. Vor allem versprechen sich Fuhrparkleiter das einfache Erfassen von Kilometerständen, die automatisierte Messung von Verbräuchen inkl. des CO2-Abdrucks und das Ermitteln von Servicebedarfen. Generell kann festgehalten werden, dass sich immerhin 66 Prozent der Fuhrparkleiter gut oder sehr gut über das Thema Telematik informiert fühlen.
Die ausführliche Darstellung der einzelnen Themen findet sich unter DAT-Barometer im März 2026.