Im aktuellen Bericht der Bundesagentur für Arbeit zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt für März 2026 werden Entwicklungen aufgezeigt, die auch für das Kfz-Gewerbe von unmittelbarer Bedeutung sind. Im Folgenden werden die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst und mit Blick auf die Branche eingeordnet.
1. Schwacher Arbeitsmarkt bei gleichzeitig geringer Dynamik
Die konjunkturelle Entwicklung bleibt verhalten. Die übliche Frühjahrsbelebung fällt laut Bericht „ohne nennenswerten Schwung“ aus, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung stagnieren. Gleichzeitig sind die Chancen, Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden, historisch niedrig.
Für das Kfz-Gewerbe bedeutet dies: Die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit bremst Investitionen und dämpft die Dynamik am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig zeigt sich, dass Betriebe trotz verfügbarer Arbeitskräfte weiterhin Schwierigkeiten haben, passende Fachkräfte zu gewinnen.
2. Fachkräfteengpässe bleiben strukturelles Kernproblem
Obwohl die Nachfrage nach Arbeitskräften insgesamt schwach ist, berichten viele Betriebe weiterhin von erheblichen Besetzungsproblemen. Die im Bericht ausgewiesenen langen Vakanzzeiten unterstreichen, dass Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt vielfach nicht zusammenpassen.
Für das Kfz-Gewerbe ist dies besonders relevant: Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften bleibt hoch und verändert sich zugleich inhaltlich. Neue Technologien, Digitalisierung und alternative Antriebe erhöhen die Anforderungen an Qualifikation und Weiterbildung. Der Fachkräftebedarf ist damit vor allem ein Qualifikations- und kein Mengenproblem.
3. Ausbildungsmarkt entwickelt sich weiter herausfordernd
Der Bericht zeigt einen erneuten Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen bei gleichzeitig leicht steigenden Bewerberzahlen. Insgesamt setzt sich eine für Ausbildungssuchende schwierige Entwicklung fort.
Für das Kfz-Gewerbe bedeutet dies: Trotz vorhandener Bewerber gelingt es weiterhin nicht ausreichend, junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen. Dies verschärft langfristig die Fachkräftesituation und gefährdet die Zukunftsfähigkeit vieler Betriebe.
Politische Einordnung und Forderungen
Die aktuellen Entwicklungen machen deutlich: Der Arbeitsmarkt steht nicht nur vor einem allgemeinen Mangel an Arbeitskräften, sondern vor einem strukturellen Qualifikationsproblem. Das Kfz-Gewerbe ist hiervon besonders betroffen, da es zugleich die Transformation der Mobilität praktisch umsetzen muss.
Vor diesem Hintergrund fordert das Kfz-Gewerbe von der Politik:
• eine deutliche Stärkung und bessere finanzielle sowie strukturelle Unterstützung der beruflichen Bildung und der dualen Ausbildung,
• zielgerichtete Förderprogramme zur Unterstützung der Betriebe bei Qualifizierung und Weiterbildung im Zuge der Transformation,
• eine stärkere Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik an den realen Bedarfen der Handwerksbetriebe
• sowie konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsorientierung zugunsten des Handwerks.
Die Transformation des Mobilitätssektors wird nur mit einem starken, leistungsfähigen Kfz-Gewerbe gelingen. Dafür braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine klare Priorität für berufliche Bildung.
Der Bericht kann auf www.kfz-bw.de/monatsdienst heruntergeladen werden.