Seit dem 1. April 2024 ist der Zugriff auf diebstahl- und sicherheitsrelevante Fahrzeug-OBD-Funktionen sowie Reparatur- und Wartungsinformationen (RMI) in den Fahrzeugherstellerportalen und über die Hersteller-Diagnosegeräte gesperrt. Für den Zugriff auf diese Funktionen und Informationen benötigen Werkstätten zusätzlich ein personalisiertes elektronisches Zertifikat, welches bei der Konformitätsbewertungsstelle SERMA beantragt werden kann. Auch die Registrierung auf den jeweiligen Herstellerportalen ist mit entsprechendem Aufwand und verbundenen Kosten möglich. So oder so, der freie Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Daten ist nicht mehr möglich. Gewiss ist dies eine weitere Bürokratisierung im Verfahren zu SERMI, doch wird das Ringen um Daten mit den Herstellern zunehmend schwieriger. Ohne Daten ist jedoch keine für den Kunden zufriedenstellende Mobilitätsdienstleistung möglich.
Eine Einschätzung, welche Daten, Funktionen und Systeme in die Kategorie der diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen fallen, gibt es seitens der Hersteller nicht. Die Vielfalt der Fahrzeug-IT-Architekturen und zugehörigen Ausstattungsmerkmale führt dazu, dass es von Hersteller zu Hersteller, ja sogar von Fahrzeug zu Fahrzeug, unterschiedliche Klassifizierungen gibt. Jeder OEM legt für seine Modelle selbst fest, welche RMI betroffen ist. Betriebe merken oft erst direkt am Fahrzeug, ob Informationen z.B. zu Stromlaufplänen, Zugriff auf Steuergeräte, Codierungen oder Anlernprozesse von SERMI betroffen sind. Die Praxis zeigt bereits, dass manche Hersteller zu 100 Prozent eine SERMI-Autorisierung voraussetzen. Überblickt man die komplexen Systemarchitekturen der Fahrzeuge, so wird schnell klar, dass es durchaus praktikabler für die OEM ist, SERMI großzügig über ein Fahrzeug zu spannen, als einzelne Bauteilgruppen mit einer Zugangsbeschränkung zu versehen. Somit geht ohne SERMI künftig in den Werkstätten fast nichts mehr. Nicht zu vernachlässigen ist allerdings der Blickwinkel, dass dies dem fairen und gleichberechtigten Zugang für alle Marktteilnehmer zu Fahrzeugdaten Vorschub gibt. Die SERMI-Zertifizierung könnte als Schablone dienen, um etwa auch für Security-Gateway-Zugänge Anwendung zu finden. Damit böte sich für Betriebe unter diesen Voraussetzungen und Perspektiven eine vorausschauende Investition in Ihre Werkstattzukunft an.
Über den Online-Shop unserer TAK Online-Akademie haben Sie die Möglichkeit, sich für einen kostenlosen Zugang für das E-Learning „Zugang zu modernen Fahrzeugsystemen“ zu registrieren: https://www.tak-onlineakademie.de/courses.
Zudem bietet die SERMA-GmbH kostenfreie Online-Webinare im Mai an, um interessierte Teilnehmer umfassend über das Thema SERMI zu informieren und Fragen direkt zu beantworten. Die Registrierung für die Webinare ist über die Webseite serma.eu unter https://www.serma.eu/news möglich.